Am 8. November erfolgte erneut ein chinesischer Satellitenstart. Dieses Mal wurde mit einer Langer Marsch 4C Rakete der militärische Fotoaufklärer Yaogan 28 in eine polare Erdumlaufbahn gesendet. Startort war der Weltraumbahnhof Taiyuan, für den es die vierte Mission dieses Jahres war.

Der Träger verließ den Startkomplex 9 des nordchinesischen Raumfahrtzentrums um 9:06 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Wenige Minuten später setzte die dritte Stufe den Satelliten auf einer Umlaufbahn mit einem Perigäum von 460 Kilometern, einem Apogäum von 480 Kilometern und einer Bahnneigung zum Äquator von 97,25 Grad ab.

Nach dem Start bezeichnete die staatliche chinesische Nachrichtenagentur die Aufgaben von Yaogan 28 mit "wissenschaftlichen Experimenten, Landvermessung, Desaster-Monitoring und Erntevorhersagen". Dieses Stereotyp wird stets für militärische Aufklärungssatelliten verwendet. Generell dient in China die Bezeichnung „Yaogan“, ähnlich wie in Russland die Bezeichnung „Kosmos“ dazu, den wahren Zweck eines Satelliten zu verschleiern.

Aufgrund der Bahnparameter kann man davon ausgehen, dass es sich um die dritte Einheit der Jianbing-11 Satellitenreihe handelt. Die Bahnparameter inklusive des Startzeitpunktes sind exakt deckungsgleich mit denen von Yaogan 14, der am 10. Mai 2012 gestartet wurde. Die Jianbing-11 Raumfahrzeuge sind elektro-optische Aufklärer der vierten Generation. Sie wurden von der chinesischen Akademie für Raumflugtechnologie (CAST) entwickelt und basieren auf der Phoenix-Eye 2 Plattform. Der Satellit ist in der Lage, sehr hoch aufgelöste digitale Bilder anzufertigen und ist zusätzlich mit einer Infrarot-Nutzlast ausgerüstet.

 

Bild: Start der Langer Marsch 4C mit Yaogan 28. Credit: ChinaNews