Eine Sojus STB, die tropentaugliche Variante der Sojus 2.1b, brachte am 18. Dezember vier weitere Satelliten der O3b-Konstellation in einen mittelhohen Erdorbit. Startort war der europäische Weltraumbahnhof Kourou in Französisch Guyana, wo Arianespace eine Startanlage für die russische Trägerrakete unterhält. Damit ist von hier aus inzwischen schon das dritte Satellitenquartett des Betreibers O3b-Networks in den Orbit gebracht worden. Insgesamt war es der zehnte Start einer Sojus von Kourou.

Der Orbitaltransport begann um 19:37 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Die Sojus brachte zunächst die Fregat mit ihrer Nutzlast, zusammen als „die Orbitaleinheit“ bezeichnet, auf eine suborbitale Bahn mit einem negativen Perigäum von -1.200 Kilometern und einem Apogäum von 195 Kilometern. Nach einer erste Brennperiode der Fregat von knapp vier Minuten Dauer war ein niedriger Parkorbit mit einem Perigäum von 160 Kilometern, einem Apogäum von gut 200 Kilometern, und einer Inklination von 5,2 Grad erreicht.

Danach waren noch zwei weitere Brennmanöver der Fregat notwendig, um etwa zweieinhalb Stunden nach dem Verlassen der Startrampe den vorgesehenen kreisförmigen Orbit in einer Höhe von 7.830 Kilometern zu erreichen. Danach setzte sie die vier Satelliten jeweils paarweise aus. Von dieser Orbithöhe aus werden die Raumfahrzeuge mit den eigenen Triebwerken auf den knapp 200 Kilometer höher gelegenen Betriebsorbit aufsteigen.

Die Mission verlief nicht ganz spannungsfrei, denn unmittelbar vor dem finalen Brennmanöver der Fregat brach der Funkkontakt zu ihr ab. Die Stufe funktionierte aber einwandfrei, wie aus den Signalen der Satelliten zu entnehmen war.

Nach diesem Start umfasst die O3b-Konstellation nun 12 Einheiten, die allesamt in einer Höhe von knapp über 8.000 Kilometern die Erde umkreisen. Das auf den Kanalinseln angesiedelte Unternehmen plant in den kommenden Jahren weitere Starts.

Jeder der Satelliten wiegt etwa 700 Kilogramm. Ihre Solargeneratoren leisten am Anfang der Lebenszeit etwa 2,4 Kilowatt, gegen Ende sind es noch etwa 1,7 Kilowatt. Sie sind für eine Lebensdauer von etwa 10 Jahren ausgelegt. Hergestellt werden sie von Thales Alenia in Frankreich. Ihre Aufgabe ist es, speziell für infrastrukturell weniger bemittelte Länder in den äquatornahen Gebieten Internetverbindungen zur Verfügung stellen. Der Name „O3B“ ist daher Programm, denn es bezeichnet die weniger privilegierten „Other 3 Billion“ Bewohner unseres Planeten und zielt auf Telekommunikationskunden etwa in Madagaskar, dem Sudan, Kongo, Timor, Samoa und Nauru ab. Kunden in Lateinamerika und Südasien sollen bald ebenfalls dazu stoßen. Ein weiterer Kundenkreis sind Kreuzfahrtschiffe und Flugzeuge, die sich auf äquatornahen Routen (zwischen 45 Grad Nord und Süd) bewegen.