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Am 3. Dezember trat die japanische Raumsonde Hayabusa 2 ihre Probenrückführmission zum Asteroiden 1999 JU3 an. An der Spitze einer Trägerrakete des Typs H-2A startete das Raumfahrzeug um 5:22 Uhr mitteleuropäischer Zeit (entsprechend 13:22 Uhr Ortszeit) vom Raumfahrtzentrum Tanegashima, um zunächst die zweijährige Anreise zu beginnen. Eine Stunde und 47 Minuten nach dem Verlassen der Startrampe gab die Oberstufe des Trägers die Raumsonde frei. Kurz danach folgten die drei Sekundärnutzlasten, die mit an Bord des Trägers waren.

Hayabusa 2 ist der Nachfolger von Hayabusa, der im Jahre 2003 startete, den Asteroiden Itakawa besuchte, auf ihm landete, und im Juni 2010 wieder zur Erde zurückkehrte. Diese Sonde war zwar am Ende großenteils erfolgreich, aber auch von vielen technischen Problemen geplagt. Unter anderem versagte der Mechanismus, mit dem eine Bodenprobe vom Asteroiden hätte entnommen werden sollen. Dennoch blieben einige mikroskopisch kleine Partikel an der Kollektorvorrichtung haften und wurden zur Erde zurückgebracht.

Das neue Raumfahrzeug ist eine stark verbesserte Variante ihrer Vorgängerin. Es ist mit vier Ionentriebwerken und einer leistungsfähigen Ka-Band Sendeanlage ausgerüstet, welche die Übertragung einer viermal so hohe Datenrate zulässt wie bei Hayabusa. Das Ziel der nur 590 Kilogramm schweren Sonde ist der Asteroid 1999 JU3, ein kohlenstoffreicher Himmelskörper mit einem Durchmesser von etwa 900 Metern, dessen Bahn sich zwischen Erde und Mars befindet.

Die Rundreise zum Asteroiden und zurück beinhaltet zunächst ende kommenden Jahres einSwingy-Manöver an der Erde. Hayabusa 2 soll danach 1999 JU3im Juni 2018 erreichen. Dann wird die Sonde etwa 18 Monate in seiner unmittelbaren Nähe verbringen, vier kleine Robotsonden absetzen, einen Impaktor platzieren und Material aufnehmen, das mittels kleiner Sprengpatronen aus dem Asteroiden herausgelöst wird. Im Dezember 2019 soll HayabusadenRückflug zur Erde antreten und zwei weitere Jahre später – hoffentlich mit den gewünschten Bodenproben –eine Landesonde absetzen, die am Fallschirm in Australien niedergehen soll.

Hayabusa 2 verfügt über eine ganze Reihe von Subsonden. Da ist zunächst einmal DCAM 3, eine kleine Kameraplattform. Ihre Aufgabe ist es, eine zweite Subsonde, denImpaktor „SCI“ (Small Carry-on Impactor), ein 30 Zentimeter großen Kupfer-Körper, bei seinem Einschlag auf dem Asteroiden zu fotografieren und vor allem das Auswurfverhalten des Oberflächenmaterials zu beobachten. Der insgesamt 15 Kilogramm schwere Impaktor verfügt über einen Treibsatz, der ihn auf 2 Kilometer pro Sekunde beschleunigt. Der Einschlag wird von so großer Wucht sein, dass das ausgeschleuderte MaterialHayabusa 2 gefährden könnte. Die Sonde wird sich deshalb zum Zeitpunkt des Einschlags auf der anderen Seite des Asteroiden aufhalten und diesen gleichsam als Schild verwenden. Vor Ort wird deswegen DCAM 3 den Einschlag filmen und die Daten an Hayabusa senden.

Dann gibt noch den 10 Kilogramm schweren MASCOT, der Mobile Asteroid Surface Scout, der vom DLR beigesteuert wird, und auf der Technologie basiert, die schon im Kometen-LanderPhilae verwendet wurde, sowie die die drei Mini-Lander Minerva II-A1 und II-A2 und Minerva II-B. All diese kleinen Subsonden und Oberflächenroboter werden im Verlauf der Begleitphase der Muttersonde abgesetzt.

Mit an Bord der Trägerrakete befanden sich noch drei Nutzlasten, die ihre Mission unabhängig von Hayabusa durchführen sollen. Das ist zunächst die 15 Kilogramm schwere Technologie-Raumsonde Shin’en 2 der Technischen Universität Kagoshima, mit der Kommunikationsverfahren im tiefen Weltraum erprobt werden sollen. Die zweite Zusatznutzlast ist das Kunstprojekt „DESPATCH“, eine 32 Kilogramm schwere Plastik der Kunstakademie Tama, die mit einen 3D-Drucker hergestellt worden ist und über eine Radio-Bake verfügt, mit Hilfe derer sie von Amateurfunkern bis in eine Entfernung von der Millionen Kilometern geortet werden kann.

Und dann befand sich noch die knapp 60 Kilogramm schwere Kleinsonde PROCYON an Bord, mit der mehrere Asteroidenvorbeiflüge geplant sind.

Die eingesetzte H-2A Trägerrakete war die 26. Serieneinheit dieses Typs. Alle Starts bis auf einen waren erfolgreich.

Astra