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TrägerraketeBeim zweiten Start einer Sojus 2.1a innerhalb von nur 19 Stunden brachten die russischen Streitkräfte am 30. Oktober den Kommunikationssatelliten Meridian 7 auf einen Molnija-Orbit. Mit der Wahl dieses Orbits ist auch klar, dass dieses Raumfahrzeug seinen Kundenkreis vor allem in den nördlichsten Breiten des Landes haben wird.

Die Sojus 2.1a startete diesmal mit einer Fregat-Oberstufe, da die Nutzlast für einen hoch elliptischen Orbit einen wesentlich höheren Geschwindigkeitsbedarf hat, als die der Sojus 2.1a vom Vortag, die einen Progress-Raumfrachter in einer niedrigen Erdumlaufbahn ablieferte. Der Start des Satelliten erfolgte um 2:43 Uhr mitteleuropäischer Zeit von der Startanlage 43/4 des Kosmodroms in Plesetzk. Die Fregat gab das Raumfahrzeug um 4:49 Uhr mitteleuropäischer Zeit frei.

Nach drei Brennperioden der Fregat-Oberstufe hatte der Satellit seinen Zielorbit erreicht, eine stark elliptische Umlaufbahn mit einem niedrigsten Bahnpunkt von 970 Kilometern, einem höchsten Bahnpunkt von gut 40.000 Kilometern und einer Bahnneigung zum Äquator von 62,8 Grad. Trajektorien dieses Typs bezeichnet man als „Molnija-Bahnen“, nach den russischen Kommunikationssatelliten, die in den 60iger Jahren erstmals auf diesen Bahnen abgesetzt wurden. Sie sind für die nachrichtentechnische Abdeckung der Polarregionen besser geeignet als geostationäre Satelliten.

Die Satelliten der Meridian-Reihe werden von Reshetnev hergestellt. Sie wiegen zu Beginn ihres Einsatzes etwa 2.000 Kilogramm. Die Mission ist der siebte Start eines Meridian-Satelliten seit dem Jahre 2006. Bislang war Russland mit dieser Satellitenreihe nicht sehr glücklich. Von den sieben Satelliten ging einer bei einem Fehlstart im Dezember 2011 verloren, ein weiterer landete im Mai 2009 auf einer falschen Umlaufbahn. Dieses Mal ging jedoch alles glatt. Es war allerdings der erste Einsatz einer Fregat, seit eine Oberstufe dieses Typs die ersten beiden europäischen Galileo-Satelliten im Sommer auf einer falschen Umlaufbahn abgesetzt hatte.