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AnflugNur neun Stunden nach dem missglückten Start einer Antares 130 mit dem dritten Cygnus Raumfrachter entsandte die russische Raumfahrtagentur Roskosmos von Baikonur aus schon die nächste Versorgungsmission zur Internationalen Raumstation. Dieses Mal ohne jede Probleme.  Progress M-25M verließ die Startrampe um 8:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit, erreichte neun Minuten später einen ersten Übergangsorbit und legte weitere sechs Stunden später an der Raumstation an.

Das Raumfahrzeug bringt insgesamt 2.625 Kilogramm Nachschubgüter zum Außenposten. Erstmals startete eine Progress dabei nicht wie sonst üblich auf eine Sojus U-Trägerrakete sondern auf einer Sojus 2.1a, die in dieser Version erstmals im Raumstationsprogramm eingesetzt wurde. Diese Sojus-Variante erlaubt theoretisch etwa 400 Kilogramm mehr Zuladung als der bisher eingesetzte Träger, ist aber – nach russischen Quellen – etwa 25 Prozent teurer als die Sojus U. Dies rührt vor allen Dingen davon her, dass die Rakete in der Version 2.1a ausschließlich russische Komponenten verwendet, während in der Sojus U noch ukrainische Komponenten in größerem Umfang verbaut werden. Die Progress-Einsätze der Sojus 2.1a dienen auch als Testflüge. Diese Rakete soll ab 2016 auch für die bemannten Starts eingesetzt werden.

Die erzielbare Einschussgenauigkeit in die Umlaufbahn ist bei der Sojus 2.1a erheblich besser als bei der Sojus U. Nachdem der Nutzlastvorteil zumindest bei dieser Mission nicht wahrgenommen wird, wurde die Abwurfzeit der Fairing verändert, um die Stufen in den selben Dropzones zu platzieren, wie bei Sojus U-Starts. Aus diesem Grund wurde die Fairing bei der Sojus 2.1a erst vier Minuten und 56 Sekunden in der Mission abgetrennt, während es bei der Sojus U schon nach zwei Minuten und 41 Sekunden der Fall ist. Das ist bei der Sojus 2.1a erst zu Beginn der Brennzeit der dritten Stufe. Die Rakete trägt somit das höhere Gewicht der Fairing für längere Zeit mit sich, und „verschlechtert“ damit künstlich ihre performance.

Der Start erfolgte von der selben Rampe, von der aus schon Juri Gagarin im April 1961 seine historische Reise antrat.