HeveliusAm 19. August starteten ein chinesischer Erdbeobachtungssatellit und eine polnischer Astronomiesatellit gemeinsam auf einer Trägerrakete des Typs Langer Marsch 4B in eine polare Erdumlaufbahn. Die Mission nahm am Weltraumbahnhof Taiyuan ihren Anfang, einem der drei gegenwärtigen Startzentren für Orbitalstarts in China.

Der Liftoff erfolgte um 5:15 Uhr mitteleuropäischer Zeit, entsprechend 11:15 Uhr Ortszeit. Nach einem 13minütigen Aufstieg in den Orbit gab die dritte Stufe des Trägers zunächst Gaofen 2 frei, danach den polnischen Astronomiesatelliten „Hevelius“. Die Bahnhöhe beider Satelliten liegt bei 620 Kilometern, die Bahnneigung zum Äquator beträgt 98 Grad.

Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua ist Gaofen 2 in der Lage, auch im Farbmodus noch Objekte von nur einem Meter Größe pro Bildpunkt zu erkennen.

Nutzer des Satelliten werden staatliche Stellen sein, wie etwa das Landwirtschaftsministerium, das Ministerium für Wohnungsbau und Stadtentwicklung, das Transportministerium und die Forstverwaltungen. Gaofen-2 ist die zweite Einheit von insgesamt sieben Satelliten dieses Typs, die bis 2020 gestartet werden sollen.

Der erste Satellit der Gaofen-Reihe, der im April 2013 gestartete Gaofen 1 wurde unter anderem auch für die Suche nach dem vermissten malaisischen Airliner MH370 eingesetzt.

Der zweite Passagier an Bord der Rakete ist BRITE-PL 2, der dritte Erdsatellit Polens. Das Akronym BRITE steht für BRIght-star Target Explorer. Im Rahmen dieses Programm ist es bereits der zweite Satellit Polens. Beide Satelliten führen aber auch Eigennamen. BRITE-PL 1 bekam den Namen „Lem“, BRITE-PL 2 den Namen „Hevelius“. Das Mini-Raumfahrzeug wiegt etwa sieben Kilogramm. Es wurde vom Space Research Centre der Polnischen Akademie für Wissenschaften gebaut, und wird Schwankungen der  Helligkeit bei den hellsten Sternen am Nachthimmel messen.

Die Mission war der erste Flug einer Langer Marsch 4B seit einem Fehlstart am 9. Dezember letzten Jahres. Damals ging aufgrund einer Minderleistung der dritten Stufe der 250 Millionen Dollar teure chinesisch-brasilianische Erdbeobachtungssatellit CBERS-3 verloren.