BildAm 8. Juli brachte Russland einen neuen Wettersatelliten der Meteor M-Serie in den Orbit. Der Start erfolgte vom Kosmodrom Baikonur . Zusammen mit dem neuen Wetterbeobachter waren noch sechs Kleinsatelliten Bord. Als Träger wurde eine Sojus 2.1b „Fregat“ eingesetzt.

Die Sojus verließ die Startrampe 31 mit dem 2.775 Kilogramm schweren Meteor M2 und den zusammen knapp 540 Kilogramm schweren Sekundärnutzlasten um 17:58 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Vor Ort war es da bereits 21:58 Uhr. Elf Minuten nach dem Verlassen der Startrampe erreichte die Orbitaleinheit, bestehend aus der Fregat mit ihren Nutzlasten einen temporären Parkorbit. Insgesamt feuerte die Oberstufe zweimal. Danach setzte sie, eine Stunde nach Beginn der Mission, Meteor M2 in einem sonnensynchronen Orbit in gut 800 Kilometern Höhe aus. Die Bahnneigung zum Äquator betrug 98,8 Grad.

Nach dem Absetzen der Hauptnutzlast reduzierte die Fregat ihre Flughöhe, bevor sie einen kleinen russischen Forschungssatelliten zur Überwachung des Weltraumwetters freigab.  Eine vierte Zündung der Fregat sorgte für eine erneute Orbitanpassung. Danach wurden die fünf weiteren Nutzlasten in einem kreisförmigen Orbit in 630 Kilometern Höhe abgesetzt.

Meteor M2 ist die zweite Einheit der verbesserten orbitalen Wetterstationen der Meteor-Serie. Sein Start erfolgt beinahe fünf Jahre nach dem Start der ersten Einheit dieser Reihe, Meteor M1. Dieser Satellit ist nach wie vor im Einsatz, dürfte sich aber langsam dem Ende seiner technischen Lebensdauer nähern. Insgesamt wurden seit dem Jahr 1964 mehr als 70 Meteor-Satelliten gestartet.

Die sechs Sekundärnutzlasten kamen von Kunden aus Russland, den Vereinigten Staaten, Norwegen und Großbritannien.

TechDemoSat 1, auch unter der Bezeichnung TDS 1 bekannt, ist ein 150 Kilogramm schwerer Technologiesatellit von der Größe einer Haushalts-Spülmaschine. Er wurde von der Surrey Satellite Technology Ltd. in Großbritannien gebaut. Das Raumfahrzeug ist eine kompakte kleine Forschungsstation mit acht Instrumenten , die eine bunten Mischung verschiedenster Technologien erproben sollen, angefangen von der Strahlungsmessung bis hin zu einer Versuchsanordnung, bei der mittels einer Art Sonnensegel der Satellit wieder aus dem Orbit zu einem gezielten Absturz in die Erdatmosphäre gebracht werden soll.

Mit UKube 1 war auch der erste schottische Satellit mit an Bord, ein nur drei Kilogramm schwerer drei „Units“ großer CubeSat mit Abmessungen von 10 x 10 x 34 Zentimetern. Auch er erprobt neue Raumfahrt-Technologien. Gebaut wurde das Klein-Raumfahrzeug von Clyde Space in Glasgow.

Eine weitere Nutzlast an Bord des Trägers war der 100 Kilogramm schwere Erdbeobachtungssatellit SkySat 2, das zweite Raumfahrzeug von Skybox Imaging. Das im kalifornischen Silicon Valley angesiedelte Startup-Unternehmen war erst vor Kurzem von Google für 500 Millionen Dollar gekauft worden. Der erste SkySat wurde im November 2013 mit einer Dnepr in den Orbit gebracht. Im kommenden Jahr will die Firma mit einer Orbital Sciences Minotaur sechs weitere Satelliten starten.

Kleinsatellit Nummer vier ist der 27 Kilogramm schwere, würfelförmige DX 1 der russischen Dauria Aerospace. Es ist das erste russische Raumfahrzeug, das ausschließlich mit Privatmitteln, von einer Privatfirma vollständig in Russland entwickelt und gebaut wurde. Der Satellit trägt ein automatisches Identifikationssystem für die Beobachtung des Schiffsverkehrs.

Eine ähnliche Aufgabe wie DX 1 nimmt die Nummer fünf an Bord der Sojus wahr, nämlich der sechs Kilogramm schwere norwegische AISSat 2. Auch er dient der Überwachung des Schiffsverkehrs. Es ist bereits die zweite Einheit dieses Satellitentyps. Ein drittes dieser Miniraumfahrzeuge soll im kommenden Jahr starten.

Und als sechster Kleinsatelliten war schließlich der mit 250 Kilogramm schon gar nicht mehr sehr kleine MKA-FKI an Bord, ein Forschungssatellit, der astrophysikalische Phänomene untersuchen soll.