Gonets MAm 3. Juli brachte Russland drei neue Datenrelay-Satelliten der Gonets-Reihe in den Orbit. „Gonets“ bedeutet „Bote“, und der Name ist Programm. Der Start erfolgte vom nordrussischen Weltraumbahnhof Plesetzk. Als Träger wurde eine Rakete des Typs Rokot Briz KM verwendet. Diese Träger ist in den ersten beiden Stufen eine „Zivilversion“ der  russischen Interkontinentalrakete UR-100N, im Nato-Code als „Stiletto“ bezeichnet. Verstärkt wird sie durch eine mehrfach zündbare zivile Oberstufe des Typs Briz-KM. Der Start war der 21. Flug einer Rokot mit einer Breeze KM-Oberstufe seit dem Jahre 2000.

Die Mission begann um 14:43 Uhr mitteleuropäischer Zeit am Startkomplex 133 der vom russischen Militär betriebenen Anlage . Vor Ort war es da bereits 16:43 Uhr.  Die beiden ersten Stufen beendeten ihre Aufgabe innerhalb der ersten fünf Minuten nach dem Verlassen der Startrampe. Dann übernahm die Briz KM und beförderte das Dreierpaket zunächst auf eine elliptische Übergangsbahn. Am Scheitelpunkt der Bahnellipse zündete das Triebwerk der Oberstufe erneut, und zirkularisierte die Umlaufbahn dann in einer Höhe von etwa 1.500 Kilometern mit einer Bahnneigung von 82,5 Grad zum Äquator.

Die drei Gonets M mit den Seriennummern 18, 19 und 20 wurden dann um 16:28 Uhr mitteleuropäischer Zeit von der Briz getrennt. Die jeweils 280 Kilogramm schweren Raumfahrzeuge werden von ISS Reshetnev hergestellt. Betrieben wird das System von Roscosmos.

Die Satelliten stellen Kommunikationsdienste speziell für sehr abgelegene Regionen zur Verfügung. Sie sorgen für die Fernüberwachung von Industrie- und Forschungsanlagen und der automatischen Übermittlung von Daten aus abgelegenen Forschungsstationen.  Sie werden aber auch für das Versenden persönliche Nachrichten verwendet. Die Daten werden jeweils an den übermittelt, dort gespeichert, und beim Überfliegen einer Bodenstation (oder eines definierten Empfängers) wieder abgegeben.

Mit dem neuen Satellitentrio umfasst die derzeit aktive Gonets-Flotte 10 Satelliten. Die volle Einsatzfähigkeit ist erreicht, sobald sich 12 aktive Raumfahrzeuge im Orbit befinden. Dieser Status sollte im kommenden Jahr erreicht werden.