PSLVAm 29. Juni brachte eine indische Trägerrakete des Typs PSLV den französischen Erdbeobachtungssatelliten Spot 7 und vier weitere Kleinnutzlasten in eine polare Erdumlaufbahn. Der Start erfolgte vom SatishDhawan Space Center, das auf der Insel Shriharikotavor der indischen Ostküste liegt.

Der Start des Raumfahrzeugs erfolgte um 6:22 Uhr mitteleuropäischer Zeit. 18 Minuten nach dem Verlassen der Startrampe gab der vierstufige Träger den 850 Kilogramm schweren Spot 7frei. Nur wenige Minuten später folgten ihm die vier Mit-Passagiere, die aus Deutschland, Kanada und Singapur stammten. Von seinem "Absetzpunkt" aus wird sich Spot 7 jetzt mit seinen Bordtriebwerken auf die vorgesehene polare Erdumlaufbahn begeben.

Die Mission war der 27. Flug einer PSLV seit 1993 und der 23. erfolgreiche Einsatz dieses Trägers in ununterbrochener Folge. Bereits Spot 6 war im September 2012 mit einer PSLV gestartet worden. Spot 7 wird nun seine Bahn so abstimmen, dass sich die beiden Raumfahrzeuge in einem Abstand von 180 Breitengraden bewegen. Damit kann die so genannte "Wiederbesuchszeit" halbiert werden, also der Zeitraum, in der das Raumfahrzeug ein bestimmtes Ziel das nächste Mal beobachten kann.

Das Kamerasystem von Spot 7 hat ein Auflösungsvermögen von 1,5 Metern pro Bildpunkt. Bei jedem Überflug können Spot 6 und 7 Geländestreifen von 60 Kilometer Breite beobachten und dabei bis zu 6 Millionen Quadratkilometer fotografieren.

Die Spot-Satelliten ergänzen das französische Pleiades-System, das eine noch höhere Bildauflösung bietet, aber dafür eine geringere Flächenabdeckung hat. Für Spot 7 erwartet man sich eine Lebensdauer von mindestens zehn Jahren.

Airbus hat Spot 6 und 7 ausschließlich mit Eigenmitteln entwickelt, gebaut und gestartet und hofft nun, das Bildmaterial an kommerzielle und institutionelle Kunden zu verkaufen.

Mit an Bord des Trägers waren neben Spot 7 noch der deutsche AISat, ein 15 Kilogramm schwerer Kleinsatellit der Informationen über den Schiffsverkehrs auf verkehrsreichen Routen sammeln soll. Zwei ebenfalls jeweils 15 Kilogramm schwere Satelliten der Universität Toronto sollen ein Technologieprogramm mit Formationsflügen und gegenseitigen Kommunikationslinks absolvieren. Und ein Nanosatellit der Technischen Universität Singapur wird ebenfalls Technologieversuche unternehmen, und dabei im Laufe der Mission einen kleinen Tochtersatelliten in der Größe eines Handys freigeben.