DneprNicht weniger als 37 Satelliten wurden am 19. Juni mit einer Trägerrakete des Typs Dnepr auf eine sonnensynchrone Erdumlaufbahn gebracht. Die Mission begann in einem Startsilo auf der russischen Militärbasis Dombarowsky. Bei der Dnepr handelt es sich um eine schwere Interkontinentalraken aus Sowjetzeiten, die jetzt nach und nach für zivile Zwecke aufgebraucht werden. Das spektakuläre Startverfahren mit dem Abschuss aus einem unterirdischen Schachtist noch eine Reminiszenz auf ihre Herkunft.

Die Ausstoßkartusche im Startsilo zündete um 21:11 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Mit seiner Hilfe wird die Rakete aus dem Abschussrohr buchstäblich in die Luft geworfen, bevor sie dann pyrotechnisch abgetrennt wird, und die Rakete in einer Höhe von etwa 20 Meter über Grund ihre Triebwerke zündet. Der Träger funktionierte über alle drei Stufen einwandfrei und brachte sein Nutzlastpaket innerhalb weniger Minuten auf den vorgesehenen Orbit in einer Höhe von 630 Kilometern und einer Bahnneigung von 98 Grad zum Erdäquator.

Dieses Nutzlastpaket beinhaltet die größte Anzahl individueller Satelliten, die je mit einer einzelnen Rakete gestartet wurden. Insgesamtsindes 37 Stückaus 17 Nationen von vierKontinenten. 33 der Satelliten wurden in präzisen Intervallen von jeweils 30 Sekunden freigegeben, um eine Kollision untereinander zu vermeiden. Weitere vier sind Subsatelliten von größeren Einheiten, die erst im späteren Verlauf ihrer jeweiligen Missionen freigegeben werden.

Der Start wurde von Kosmotras organisiert, einer russisch-ukrainischen Vermarktungsgesellschaft, die ihren Sitz in Moskau hat. Das Unternehmen hat sich in den letzten Jahren darauf spezialisiert, Startgelegenheit für Kleinnutzlasten zu organisieren, deren Entwickler und Hersteller nur begrenzte Erfahrungen im Raumfahrtgeschäft haben. Erst im letzten Jahr organisierte die Gesellschaft einen anderen Dnepr-Start, bei dem 32 Kleinsatelliten in den Orbit gebracht wurden.

Die größten Nutzlasten an Bord der Dnepr waren der 300 Kilogramm schwere Deimos 2 und der 185 Kilogramm schwere KazEOSat 2. Die beiden Raumfahrzeuge gehören der spanischen Elecnor Deimos und der Regierung von Kasachstan .BeidesindErdbeobachtungssatelliten.

EinastronomischerForschungssatellitistdagegen der etwa 100 Kilogramm schwere SaudiSat 4, der in Zusammenarbeitzwischendem Ames Research Center der NASA und der saudischen King Abdulaziz City for Science and Technology gebaut wurde.

An Bord der Dnepr befanden sich auch elf Mikrosatellitenfür die Planet Labs Incorporated, ein Unternehmen, das in San Francisco angesiedelt ist, und gerade dabei ist, eine Flotte von 100 Mini-Erdbeobachtungssatelliten auszusetzen, die den ganzen Globus 24 Stunden am Tag beobachten. Jedes dieser Kleinraumfahrzeuge ist nicht größer als ein Laib Brot und wiegt ungefähr 12 Kilogramm.

Ein italienischer Satellit namens UniSat 6 dient als Mutterschiff für vier andere Raumfahrzeuge. Er wurde von der römischen Universität "La Sapienza" von Studenten gebaut.

Zwei in den USA gebaute Satelliten der AprizeSat-Reihe waren ebenfalls an Bord der Dnepr, genauso wie die von der Universität Tokio entwickelten Hodoyoshi 3 und Hodoyoshi 4, zwei 66 und 60 Kilogramm schwere Kleinraumfahrzeuge, die genauso Erdbeobachtung betreiben, wie der 25 Kilogramm schwere TableSat-Aurora der russischen Sputnix Ltd und der 22 Kilogramm schwere BugSat aus Argentinien.

Die weiteren Kleinsatelliten an Bord des Trägers kamen von Universitäten und Unternehmen in Kanada, Singapur, Belgien, Taiwan, Dänemark, Israel der Ukraine und Brasilien. Bei ihnen handelt es sich durchweg um CubeSats mit einem Gewicht zwischen einem und sechs Kilogramm.