Glonass MAm 14. Juni brachte Russland den 55. Navigationssatelliten der Glonass-Reihe in den Orbit. Als Träger wurde eine Sojus 2.1b "Fregat" eingesetzt. Nachdem das Glonass-System, ähnlich wie sein US-Gegenstück, von den russischen Streitkräften betrieben wird, erhielt er auch die dort übliche Kosmos-Zählnummer, die seit den Anfangstagen der sowjetisch/russischen Raumfahrt militärischen Missionen zugeordnet wird. Und hier gab es dieses Mal eine "Jubiläumszahl", denn in der Nomenklatur der russischen Streitkräfte trägt Glonass M-55 die Bezeichnung "Kosmos 2500".

Der Start begann um 19:16 Uhr vom Kosmodrom in Plesetzk, das etwa 800 Kilometer nördlich von Moskau liegt. Dreieinhalb Stunden später lieferte die Fregat-Oberstufe den Navigationssatelliten in einem fast exakt kreisförmigen Orbit in 19.150 Kilometern Höhe ab. Dafür waren drei Brennmanöver der Oberstufe notwendig. Der Glonass M wurde schließlich um 22:53 Uhr mitteleuropäischer Zeit freigegeben. Die Kontaktaufnahme der Bodenstation mit dem Raumfahrzeug verlief danach problemlos, alle mechanischen Komponenten wie Antennen und Solargeneratoren entfalteten sich wie vorgesehen.

Die Startmasse des Satelliten betrug 1.415 Kilogramm. Hergestellt wurde er von ISS Reshetnev. Er ist für eine Lebensdauer von mindestens sieben Jahren ausgelegt.

Es war dies der zweite Start eines russischen Navigationssatelliten in diesem Jahr. Glonass 55 wird auf Bahnebene drei des Systems die Orbitposition 21 besetzen. Glonass operiert in drei Bahnebenen. Jede ist mit acht Raumfahrzeugen besetzt. Für einen weltweiten Einsatz des Systems sind 24 einsatzfähige Satelliten notwendig.Zum Zeitpunkt des Starts waren 29 Satelliten in Betrieb. Das waren die 24 operationellen Satelliten, zwei Ersatzeinheiten und drei Satelliten, mit denen Tests durchgeführt wurden. Bis zum Jahresende sollen noch drei weitere Einheiten gestartet werden.