TankEs ist kaum zu glauben, aber nur wenige Monate, nachdem sich die Proton M nach dem letzten Fehlschlag wieder in den Dienst zurück gemeldet, ereignet sich auch schon der nächste Fehlstart. Aufgabe der Mission am 15. Mai wäre es gewesen, den Kommunikationssatelliten Ekspress-AM4R in den Orbit zu bringen. Diese Plattform ist der Ersatz für einen Satelliten, der bei einem der zahlreichen früheren Startversager der Proton ebenfalls nicht die vorgesehene Umlaufbahn erreichte.

Der Start begann um 23:42 Uhr mitteleuropäischer Zeit an der Rampe 39 des Startkomplexes 200 im Kosmodroms von Baikonur. Es ist dies eine von vier Startrampen, die für die Proton eingesetzt werden. In der 541. Flugsekunde ereignete sich aber ein Defekt im Gasgenerator, der unter anderem den Steuerungsmotor für das Drittstufentriebwerk betrieb. Dadurch konnte das Triebwerk den Kurs nicht mehr halten. Nach dem Überschreiten einer Abweichung von 20 Grad deaktivierte ein Sicherheitsschalter das Triebwerk. Die gesamte Kombination aus dritter Stufe, Briz-M und Satellit ging daraufhin verloren.

Die Proton ist ein Veteran des russischen Raumfahrtprogramms mit vielen hundert absolvierten Starts seit dem Jahre 1965 und mehr als einem dutzend Varianten, die seit damals eingesetzt wurden. Derzeit wird sie ausschließlich in der Version Proton-M verwendet. Sie hat eine Nutzlastkapazität für den geostationären Transferorbit von 6.150 Kilogramm. Der Träger wird von Chrunitschew gebaut.

Die Proton ist berüchtigt für ihre hohe Fehlerquote, die allerdings ausschließlich der miserablen Arbeitsqualität bei Chrunitschew geschuldet sein dürfte, und nicht der technisch an sich völlig ausgereiften Konstruktion. Der letzte, äußerst spektakuläre, Absturz ereignete sich im Juli 2013, als die Proton in unmittelbarer Nähe der Startrampe abstürzte. Hier hatte sich eine falsch herum eingebaute Steuerungseinheit als Fehlerursache herausgestellt. .

Der von Astrium gebaute Ekspress-AM4R hatte eine Startmasse von 5.740 Kilogramm. Er war auf Basis der Eurostar E3000 Plattform gebaut wurden und war auf eine Lebensdauer von 15 Jahren ausgelegt.