Eine Atlas 5-Trägerrakete der United Launch Alliance brachte am 24. Januar einen Datentransfersatelliten der TDRS-Reihe (Tracking- and Data Relay Satellite) für die NASA in den Orbit. Der Start erfolgte um 3:33 Uhr mitteleuropäischer Zeit, entsprechend 21:33 Uhr US-Ostküstenzeit am 23. Januar. Der Start war die 625. Mission einer Rakete mit der Bezeichnung "Atlas" und der 43. Start der gegenwärtigen Atlas 5-Trägerraketenfamilie. Eine Stunde und 46 Minuten nach dem Verlassen der Startrampe gab die Centaur-Oberstufe den TDRS L auf dem vorgesehenen geostationären Transferorbit frei.

Die ursprüngliche Aufgabe der TDRS-Satelliten der NASA war es, unabhängig von Bodenstationen ständigen Kontakt mit ihren Astronauten in den Raumfähren aufrecht erhalten zu können, unabhängig von Bodenstationen. Schon sehr früh kam aber der Wunsch dazu, mit diesen Einheiten auch den ständigen Datenaustausch mit wissenschaftlichen Satelliten in niedrigen Erdumlaufbahn zu ermöglichen. Bis dahin musste man immer warten, bis ein Satellit eine Bodenstation überflog, um an seine Daten zu gelangen.

Heute gehören die Internationale Raumstation und ihre Transportraumschiffe wie der Cygnus und der Dragon, oder Forschungssatelliten wie das Hubble Space Telescope zu den Nutzern. Insgesamt wird das System heute eher noch mehr genutzt als während der Shuttle-Ära. Auch bei Raketenstarts mit langen Driftphasen wird das TDRS-System eingesetzt. So wurde die Telemetrie-Übertragung des Starts von TDRS L durch seinen bereits im Orbit befindlichen Schwestersatelliten TDRS-K abgedeckt.

Im Prinzip genügt eine Konstellation von drei aktiven Satelliten im geostationären Orbit, um beispielsweise die ISS permanent in der Sichtlinie zu haben, und somit rund um die Uhr den Datenaustausch mit dem Außenposten abwickeln zu können. In der Praxis verfügt die Konstellation jedoch stets über mindestens sechs aktive Satelliten, so dass für jeden Primärsatelliten auch ein Reserve-Raumfahrzeug zur Verfügung steht.

Die erste Generation von sieben TDRS Satelliten wurde von TRW gebaut. Sie bekamen die Buchstaben A bis G und wurden zwischen 1983 und 1995 mit den Space-Shuttles gestartet. Einer dieser Satelliten, TDRS-B, ging bei der Challenger-Katastrophe verloren. Von den sechs Raumfahrzeugen, die in dieser Phase einen Orbit erreichten sind vier noch heute aktiv.

Die zweite Generation, eine kleine Serie von drei Einheiten mit der Bezeichnung TDRS H, I und J, wurde von Boeing gebaut. Sie wurden zwischen den Jahren 2000 und 2002 an Bord von Trägerraketen des Typs Atlas 2A in die Umlaufbahn transportiert. Diese drei Raumfahrzeuge werden, in Zusammenarbeit mit der neuen Reihe K, L und M den Betrieb bis in die zwanziger Jahre hinein aufrechterhalten.

TDRS K ist knapp acht Meter hoch und wog beim Start 3.450 Kilogramm. Knapp 1.700 Kilogramm davon waren Treibstoff. Die Solargeneratoren haben eine Spannweite von gut 20 Metern und erzeugen eine Leistung von 3,2 Kilowatt, die sie entweder direkt an die Subsysteme und die Nutzlast weitergeben oder in Nickel-Wasserstoff-Akkumulatoren puffern.

Der Satellit ist mit zwei 4,5 Meter durchmessenden Antennen ausgerüstet, die Raumfahrzeugen auf niedrigen Erdumlaufbahnen nachgeführt werden können. In etwa zwei Wochen wird er seine endgültige Bahn erreicht haben. Dann werden die Projektkontroller damit beginnen, die Solargeneratoren und die Antennen zu entfalten. Danach wird TDRS L auf einer Übergangsposition auf 150 Grad westlicher Länge ausgecheckt, bevor er dann nach Osten transferiert wird, wo er dann auf 49 Grad westlicher Länge seine endgültige Position finden wird.

Der Start war der erste von insgesamt neun geplanten Missionen der Atlas 5 in diesem Jahr. Sechs davon sollen vom Cape aus stattfinden, die restlichen drei von der Luftwaffenbasis Vandenberg.