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Der erste Raumfahrtstart des Jahres 2013 erfolgte am 15. Januar vom Kosmodrom Plesetzk aus. Eine Trägerrakete des Typs Rokot Briz KM startete um 17.25 Uhr mitteleuropäischer Zeit vom Startplatz 133/3 und brachte die drei militärischen Datenrelay-Satelliten Strela-3M Nr. 4, 5 und 6 auf ihre Zielbahnen.

Die Raumfahrzeuge sind für den Datenaustausch zwischen einzelnen Einheiten des russischen Militärs vorgesehen. Sie werden dabei von mobilen Endgeräten angefunkt und leiten ihre Nachrichten beim Überflug einer Bodenstelle weiter. Die Masse eines Satelliten liegt bei etwa 225 kg, die Lageregelung erfolgt passiv durch ein Stabilisierungsgewicht an einem langen Ausleger. Die Schwerkraft der Erde sorgt dann dafür, dass der Satellit immer die korrekte Raumlage einnimmt.

Die drei Einheiten bewegen sich auf Bahnen in Höhen zwischen 1.480 und 1.500 Kilometern. Die Neigung der Bahnen zum Äquator beträgt 82,5 Grad. Die Strelas sollen mindestens fünf Jahre lang aktiv bleiben. Die Satelliten tragen in der Militär-Nomenklatur die Bezeichnungen Kosmos 2.482, Kosmos 2.483 und Kosmos 2.484.

Die Rokot ist ein aus der Interkontinentalrakete UR-100N abgeleiteter Träger. Er wird zusätzlich mit Oberstufen der Typen Briz-K oder Briz-KM ausgerüstet. Damit kann sie Satelliten von bis zu 1.800 Kilogramm in einen erdnahen Orbit bringen. Im Westen wird sie von einem Joint Venture mit der Bezeichnung Eurokot vermarktet. An diesem Unternehmen sind EADS Astrium mit 51 Prozent und Chrunitschew, der Hersteller der UR-100, mit 49 Prozent beteiligt.

Der Start war, soweit es das Absetzen der Nutzlasten betraf, erfolgreich. In diesen Erfolg mischten sich jedoch neue Zweifel hinsichtlich der Zuverlässigkeit der Briz-KM Oberstufe. Sie ist eine Variante der auch in der Proton M verwendeten Briz M. Diese Raketenstufe zeigt sich sowohl in der Rokot als auch in der Proton als notorisch unzuverlässig und sorgt immer wieder für Startversager.

Auch bei der Rokot-Mission am 15. Januar kam es zu einer noch nicht geklärten Anomalie, als – glücklicherweise erst nach dem Absetzen der Satelliten – der so genannte „Depletion-Burn“ durchgeführt werden sollte, mit dem sich die Briz-KM auf eine niedrigere Umlaufbahn absetzen sollte. Dieses Brennmanöver misslang, und die Briz-KM befindet sich nun auf der selben Umlaufbahn wie die drei Satelliten.

Astra