StartposterAm 29. September hat die Proton M hat mit einer erfolgreichen Mission wieder den aktiven Dienst aufgenommen. Bei einem spektakulären Fehlstart am 2. Juli war ein Träger dieses Typs wegen eines fehlerhaft installierten Fluglagesensors nur einen Kilometer von der Startrampe entfernt abgestürzt. Bei diesem Unfall wurden neben der Trägerrakete drei Glonass-Satelliten im Wert von mehr als 150 Millionen Euro zerstört. Die anhaltend miserable Qualitätskontrolle bei Chrunitschew, dem Hersteller der Proton, führte schon in der Vergangenheit immer wieder zu Abstürzen des technisch an sich völlig ausgereiften Trägers.

Bei der aktuellen Mission startete die Proton M Briz M um 23:38 Uhr mitteleuropäischer Zeit von Baikonur aus und brachte den kommerziellen Kommunikationssatelliten Astra 2E in einen geostationären Transferorbit. Dabei kam der für diesen Trägertyp übliche Standardablauf für den Start geostationärer Kommunikationssatelliten zum Einsatz. Dieses Verfahren erfordert fünf Brennmanöver der Briz M Oberstufe, nachdem sie von der dreistufigen Proton M zunächst auf eine orbitnahe suborbitale Bahn gebracht wurde. Brennmanöver eins dient dabei dazu, einen niedrigen, annähernd kreisförmigen Parkorbit zu erreichen, während die vier in den darauf folgenden neun Stunden ablaufenden Zündphasen die Bahn so anheben, und die Bahnneigung so verändern, dass der Absetzpunkt für die Nutzlast erreicht wird.

Die Mission erfolgte unter Federführung der International Launch Services (ILS). Der erfolgreiche Start war eine gute Nachricht für eine ganze Reihe von Kunden, die bereits auf den Transport ihrer Nutzlasten mit der Proton M warten. Darunter sind Sirius XM für die Sirius XM Radio Corporation und der Start von Inmarsat 5 F1 für Inmarsat. Diese beiden Raumfahrzeuge sollen noch vor Ende des Jahres in den Orbit befördert werden. Dazu kommen noch zwei weitere Proton M-Missionen für die russische Regierung.

Der gut 6.000 Kilogramm schwere Astra 2E, den Astrium Satellites auf Basis der Eurostar 3000 Plattform gebaut hat, soll im Rahmen seines auf 15 Jahre angesetzten Einsatzes Kommunikationsleistungen für Europa, den Mittleren Osten und Afrika direkt an die Haushalte abstrahlen. Er trägt dafür 60 Ku-Band Transponder und 4 Ka-Band Transponder.

SES ist ein Traditionskunde für ILS und die Proton. Beinahe die Hälfte der 54 Satelliten umfassenden Flotte von SES wurden mit der Proton gestartet. Astra 2E wird seine endgültige Position auf dem mit bereits sechs Satelliten besetzten Slot auf 28,2 Grad Ost einnehmen.