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KuaizhouAm 25. September brachte China überraschend eine neue Trägerrakete zum Einsatz. Der Start der Kuaizhou, so heißt das Projektil, erfolgte am 25. September um 6:37 Uhr mitteleuropäischer Zeit vom nordchinesischen Startzentrum Jiuquan aus. Der Start war ohne eine vorausgehende Ankündigung erfolgt. Einzige Ausnahme waren die international üblichen so genannten NOTAMS (Notice to Airmen) in denen Flugverkehr und Schiffe vor eventuell niedergehenden Stufen gewarnt werden.

Die neue chinesische Trägerrakete ist offensichtlich – ein Bild wurde nicht veröffentlicht - ein Kleinträger für schnelle Reaktionszeiten. Im Gegensatz zum derzeitigen Inventar chinesischer Satellitenträger ist die Rakete über alle drei Stufen mit festen Treibstoffen betrieben. Größenmäßig scheint sie zwischen der japanischen Epsilon und der amerikanischen Minotaur 1 angesiedelt zu sein. Also ein Träger für Nutzlasten von nur wenige hundert Kilogramm. Das Vehikel wurde von der China Aerospace Science & Industry Corporation entwickelt.

Die Nutzlast an Bord des Trägers trug die Bezeichnung Kuaizhou-1. Es handelt sich dabei offensichtlich um einen kleinen Aufklärungssatelliten, der vom Harbin Institute of Technology gebaut wurde. Auch vom Satelliten wurden keine Bilder veröffentlicht. Nach den Angaben der Nachrichtenagentur Xinhua handelt es sich bei Kuaizhou-1 um ein Raumfahrzeug, das für “Desaster Monitoring” und „Relief-Aufzeichnungen“ verwendet werden soll. Der Nutzer sei das „National Remote Sensing Center of China". Blumige Informationen dieser Art weisen in der Regel darauf hin, dass es sich um rein militärische Satelliten handelt.

Das neue Raumfahrzeug wurde nach dem Start auf einem Orbit in einer Höhe von 286 x 293 Kilometern festgestellt. Die Bahnneigung zum Äquator entspricht mit 96,65 Grad fast einer polaren Umlaufbahn. Das deutet daraufhin, dass es sich um einen experimentellen „Quick-response“ - Spionagesatelliten handelt, der sich auf einem sehr niedrigen Orbit befindet, den er aufgrund der Resteinwirkung der Erdatmosphäre innerhalb weniger Wochen wieder verlassen und in die Erdatmosphäre eintreten sollte. Der Satellit scheint aber leistungsfähiger zu sein, als ursprünglich gedacht, denn schon wenige Tage nach dem Start hob er seinen Orbit auf 296 x 302 Kilometer an, was ihm jetzt eine Lebensdauer von einigen Monaten gibt.

Analysen westlicher Experten führen derzeit zu dem Ergebnis , dass die Trägerrakete eine Masse von etwa 30-35 Tonnen aufweist, auf einem mobilen Transportfahrzeug transportiert werden kann und eine Nutzlastkapazität von etwa 400 Kilogramm für einen niedrigen polaren Orbit aufweist.

Der Start ist ein erneutes Zeichen für die Leistungsfähigkeit und Innovationskraft der chinesischen Raumfahrt.