Intelsat 21Am 19. Juli, um 8:55 Uhr mitteleuropäischer Zeit, brachte eine Zenit 3SL den Kommunikationssatelliten Intelsat 21 erfolgreich in einen geostationären Transferorbit. Der Start erfolgte von der unternehmenseigenen Odyssey-Startplattform aus, die 2.250 Kilometer südlich von Hawaii auf dem Äquator stationiert worden war. Es war dies die 33. Mission von Sea Launch seit dem Jungfernflug dieses Unternehmens im März 1999.

Teil der Geschäftsidee von Sea Launch ist es, den Vorteil der Erdrotation hinsichtlich der Nutzlast einer Trägerrakete voll auszunutzen, indem ihre Starts stets genau auf der Äquatorlinie erfolgen.

Die beiden ersten Stufen des Trägers, gebaut in der Ukraine, arbeiteten einwandfrei für insgesamt achteinhalb Minuten. Danach übernahm die aus Russland stammende Block DM-SL Oberstufe, die für insgesamt elfeinhalb Minuten feuerte. Dann war ein geostationärer Übergangsorbit mit einem Perigäum von 280 Kilometern und einem Apogäum von 35.800 Kilometern erreicht auf dem der Satellit freigegeben wurde. Die Inklination betrugt, dank des Starts vom Äquator aus, ohne weitere Bahnmanöver null Grad.

Intelsat 21 wird sich nun mit dem Bordtriebwerk in einen geostationären Orbit bewegen. Sein Zielpunkt liegt bei 58 Grad westlicher Länge. Dort wird er den inzwischen zwölf Jahre alten Intelsat 9 ersetzen. Dieses Satellit begann sein Einsatzleben unter der Bezeichnung PAS 9 im Auftrag von PanAmSat, bevor dieses Unternehmen von Intelsat gekauft wurde. Auch dieses Satellit war seinerzeit durch Sea Launch mit einer Zenit 3SL gestartet worden.

Intelsat 21 wird für Fernseh- und Rundfunkgesellschaften in Südamerika zur Verfügung stehen, wie zum Beispiel SKY Mexico, Turner, Discovery, Fox, Telespazio und viele andere.

Das beim Start 5.985 Kilogramm schwere Raumfahrzeug wurde von Boeing auf Basis des 702MP Bus gebaut. Seine Design-Lebensdauer beträgt 15 Jahre. Er ist mit 36Ku-Band und 24 C-Band Transpondern ausgerüstet. Nach der Entfaltung aller Antennen und der Solargeneratoren hat er eine Größe von 6,9 x 9,85 x 36,85 Meter. Der Energie-Output zum Ende seiner geplanten Lebensdauer beträgt 11,8 Kilowatt.

Seit dem Jahre 1967 hat Boeing bereits 50 Kommunikationssatelliten für Intelsat ebaut.

Der heutige Start war die zweite Mission von Sea Launch in diesem Jahr. Die vorausgehende Mission erlebte einen bislang immer noch ungeklärten Vorfall, bei dem einer der Solargeneratoren des von SpaceSystems/Loral gebauten Satelliten beschädigt wurde, was die Nutzung dieses Satelliten erheblich einschränken wird.

Der nächste Start einer Sea Launch Zenit ist für den Januar geplant. Dann soll der ebenfalls von Boeing gebaute Intelsat 27 in einen geostationären Transferorbit gebracht werden.

Die heutige Mission war die Dritte für Sea Launch seit das Unternehmen Bankrott ging und nach einer Restrukturierung praktisch neu entstanden ist. Sea Launch nahm im letzten September den Startbetrieb wieder auf.

Wie immer war auch Intelsat 21 und die Zenit 3SL Rakete bereits in der Heimatbasis des Unternehmens, in Long Beach, Kalifornien, integriert worden, bevor sich die Odyssey-Plattform und das Begleitschiff mit dem Namen „Sea Launch Commander“ Anfang des Monats auf dem Weg in den äquatorialen Pazifik machte. Auf dem letzteren Schiff befindet sich das Startkontrollzentrum, das Management-Team und die offiziellen Gäste des Unternehmens.

Nach der Ankunft am Startort wurden die Ballastanks der Odyssey-Plattform geflutet um sie zu stabilisieren. Dies senkte die Plattform über 20 Meter tiefer ins Wasser. Danach wurde die Rakete aus dem Hangar an Bord gerollt, auf der Plattform ausgerichtet und für den Start betankt.