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Sojus USo schnell ging ein Anlegemanöver seit den Tagen des Gemini-Programmes nicht mehr. Nur fünf Stunden und 43 Minuten nach dem Verlassen der Startrampe im kasachischen Baikonur legte am 1. August das Versorgungsraumschiff Progress M16-M am Pirs-Modul der Internationalen Raumstation an. Mit dem geschwinden Manöver wurde ein neues Rendezvous-Verfahren erprobt, das schon bald auch bei den bemannten Flüge zur ISS angewendet werden soll. Damit wird der Crew der zweitägige Anflug in der engen Sojus erspart.

Bisher dauerten Anflug, Annäherung und Kopplung etwa 50 Stunden, in denen die Erde 34mal umkreist wurde. Dieser etwa zweitätige Flug zu Raumstationen war seit Progress 1 im Januar 1978 üblich und wurde mit dem Aufbau der Raumstation Mir 1986 auch für bemannte Raumschiffe übernommen. Davor waren für Annäherung und Kopplung etwa 24 Stunden üblich. Seinerzeit wurde der Übergang zum zweitägigen Anflug mit Treibstoffersparnis begründet.

Den drei Raumfahrern an Bord eines Sojus-Raumschiffes stehen etwa siebeneinhalb Kubikmeter nutzbarer Raum zur Verfügung. Für einen zweitägigen Flug zur Station ist dies für drei Personen alles andere als viel. Im Space Shuttle waren es bei der üblichen siebenköpfigen Besatzung pro Mitglied etwa 9 Kubikmeter.

Die Progress, es war die 48. die zur ISS startete, war um 21.35 Uhr mitteleuropäischer Zeit von Baikonur aus in den Orbit aufgebrochen. Nach neun Minuten hatte das Raumschiff die Umlaufbahn erreicht. An Bord befinden sich 2.640 Kilogramm Fracht. Neben Treibstoff, Sauerstoff, Wasser, Nahrungsmitteln und Verbrauchsgütern sind das auch Materialien für verschiedene Experimente sowie Ausrüstungsgegenstände.

Die Progress soll im November oder Dezember wieder von der ISS ablegen.

An der Internationalen Raumstation befinden sich neben Progress M16-M die bemannten Raumschiffe Sojus-TMA 04M und Sojus-TMA 05M sowie die unbemannten Frachter Edoardo Amaldi (ATV 3) und Kounotori 3.