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Satellit wird in Nutzlastverkleidung eingeschlossenEine Trägerrakete des Typs Atlas 5 brachte am Nachmittag des 4. Mai die zweite Einheit einer Konstellation militärischer Nachrichtensatelliten für die US-Streitkräfte in den Orbit. Der Start erfolgte vom Launch Komplex 41 der Cap Canaveral Luftwaffenbasis. Der fast eine Milliarde US-Dollar teure AEHF-2 (die Abkürzung steht für Advanced Extremely High Frequency satellite) soll unter anderem für abhörsichere  Kommunikation zwischen dem US-Präsidenten und seinen Streitkräften sorgen.

Die Trägerrakete wurde von Lockheed Martin hergestellt. Auch der Satellit stammt in von diesem Unternehmen. Das knapp 6.200 Kilogramm schwere Raumfahrzeug wurde auf Basis des Kommunikationssatelliten-Modells A2100 gebaut. Die Nutzlast kommt dagegen von Northrop Grumman. Das Raumfahrzeug hat eine Entwurfslebensdauer von 14 Jahren, eine Spannweite über beide Solargeneratoren von fast 30 Metern und zwei entfaltbare Ausleger für die Antennenanlage.

Die AEHF-Satelliten sind das modernisierte Ersatzsystem der Milstar-Satellitenserie. Sie haben eine verbesserte Verschlüsselungstechnik und Abhörsicherheit und sind gegen elektromagnetische Pulse gehärtet, wie sie bei Nuklearexplosionen auftreten. Jeder einzelne der neuen AEHF-Satelliten verfügt über mehr Übertragungskapazität als die aus fünf Satelliten bestehende bisherige Milstar-Konstellation, die sie nun nach und nach ersetzen sollen. Die Milstars wurden zwischen 1994 und 2003 in den Orbit gebracht.

Von den AEHF-Satelliten sollen insgesamt sechs Einheiten gestartet werden. Einer ist bereits im Orbit, zwei weitere befinden sich in unterschiedlichen Fertigungsstadien.

Die Atlas-Trägerrakete flog in der Version 531. Das ist die Variante mit drei Feststoffboostern und einer Nutzlastverkleidung von 5,4 Metern Durchmesser und 20,7 Metern Länge. Das ist die kürzeste der drei Versionen der von der Schweizer RUAG hergestellten großen Nutzlastverkleidungen der Atlas.

Gut 51 Sekunden nach dem Verlassen der Startrampe wurde der nahezu sieben Tonnen schwere Satellit in einen hoch elliptischen supersynchronen geostationären Transferorbit abgeliefert. Der höchste Punkt der Bahnellipse betrug danach gut 50.000 Kilometer, der niedrigste Bahnpunkt lag bei 225 Kilometern.  Die Neigung der Bahn zum Äquator betrug 21 Grad.

Es wird nun etwa 100 Tage dauern, bis das Raumfahrzeug mit Hilfe seiner konventionellen Raketenmotoren und seiner Ionentriebwerke die endgültige Bahn erreicht haben wird. Der Orbit wird danach kreisförmig in 35.700 Kilometern Höhe sein, bei einer Bahnneigung von 4,8 Grad zum Äquator. In dieser Transferzeit findet auch die Testphase aller Systeme des neuen Satelliten statt.

Der erste AEHF Satellit war im August 2010 gestartet worden. Seine Mission entwickelte sich zu einem Drama, als das Haupttriebwerk des Raumfahrzeugs versagte und er nur mit Hilfe seiner kleinen Lageregelungstriebwerke und der Ionentriebwerke im Laufe mehrerer Monate in seinen endgültigen Orbit gelangte.