Fairing und AdapterChina brachte am 29. April die beiden Navigationssatelliten Compass M-3 und M-4 gleichzeitig mit einer einzelnen Trägerrakete in den Orbit. Der Tandem-Start erfolgte um 23:50 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Dabei kam ein Träger des Typs Langer Marsch 3B zum Einsatz, Chinas derzeit leistungsstärkster Satellitentransporter. Die Mission nahm auf der Startrampe zwei des zentralchinesischen Raumfahrtzentrum Xichang ihren Anfang.

Die Beidou-Konstellation, im Westen besser bekannt unter der Bezeichnung „Compass“, ist das Gegenstück zum US-amerikanischen Global Positioning Systems, kurz GPS, und dem russischen System Glonass und stellt damit ein gemischt militärisch-ziviles Navigationssystem dar. Der erste Satellit des Typs Compass M war bereits im April 2007 gestartet worden.

Der Träger brachte die beiden Raumfahrzeuge erfolgreich und wie vorgesehen auf einen elliptischen Übergangsorbit mit einem Perigäum (dem niedrigsten Bahnpunkt) von 240 Kilometern, einem Apogäum (dem höchsten Bahnpunkt) von 20.900 Kilometern, bei einer Bahnneigung zum Äquator von 55 Grad. Von dieser Ausgangsbahn aus werden sich Compass M3 und M4 mit ihren Bordtriebwerken auf die endgültige Position begeben .

Es war dies das erste Mal, dass China eine Doppelnutzlast mit einem großen Träger auf eine Erdumlaufbahn bringt. Für diesen Zweck war für die Langer Marsch 3B ein neuer Satellitenadapter und eine neue Nutzlastverkleidung entwickelt worden. Diese Fairing hat einen Durchmesser von 4,2 Metern und eine Länge von über 10 Metern.

Das Beidou/Compass-System befindet sich derzeit in einem vorläufigen Ausbauzustand. Der erlaubt präzise Satellitennavigation gegenwärtig nur für den Zentral-, Mittel- und Südostasiatischen Raum und umfasst derzeit elf aktive Satelliten. Diese elf ersten Einheiten, basieren, genauso wie Compass M3 und M4, auf dem DFH-3 Kommunikationssatellitenbus.

Bis zum Jahr 2020 soll eine weltweite Abdeckung erzielt werden. Dann werden 35 Satelliten im Einsatz sein. Für diese Ausbaustufe wird gegenwärtig ein vollständig neuer Satellitenbus entwickelt, der etwa ab 2014 zum Einsatz kommen soll. 2020 sollen dann 35 Satelliten im Einsatz sein. Davon werden sich 27 auf mittelhohen Kreisbahnen bewegen, ähnlich wie Compass M3 und M4, drei werden sich auf so genannten „inklinierten“ geostationären Bahnen befinden, auf denen sie über Südostasien schleifenförmige Bahnen abfliegen werden und fünf Satelliten werden sich auf normalen geostationären Bahnen über dem Äquator befinden.