Endmontage Sojus UAm 20. April brachte eine russische Trägerrakete des Typs Sojus-U das Transportraumschiff Progress M-15M auf den Weg zur Internationalen Raumstation. In der Nomenklatur dieses Programms trägt die Mission auch die Bezeichnung „47P“, weil es sich um die insgesamt 47. Progress handelt, die den Außenposten ansteuert. Das Anlegemanöver an der ISS erfolgte am 22. April um 15:40 mitteleuropäischer Zeit am Pirs-Modul, am russischen Segment der Station.

Die Mission begann am 20. April exakt um 14:50:24 Uhr mitteleuropäischer Zeit am Startkomplex 31 des russischen Kosmodroms in Baikonur. Gut neun Minuten nach dem Verlassen der Startrampe erreichte das Raumfahrzeug einen ersten Übergangsorbit, trennte sich von der dritten Stufe der Trägerrakete und entfaltete Solargeneratoren und Antennen. Danach begann die zweitägige Annäherungsphase an die ISS.

An Bord von Progress M-15M befinden sich rund 2,8 Tonnen Treibstoffe, Versorgungsgüter, Ersatzteile, wissenschaftliche Experimente, Ausrüstungen, Wasser und Luft. Für den Fall, dass die Automatik des Transportraumschiffs beim Anlegen Probleme bereiten sollte, hielt sich die Besatzung der Station bereit, die Progress per Fernsteuerung an den Pirs-Dockingknoten zu steuern. Der Einsatz der Crew war jedoch nicht nötig, denn das automatische Manöver verlief reibungslos.

Am 18. April hatte der Vorgänger des Frachters, Progress-M 14M, von der Station abgelegt. Das Raumschiff wird noch einige Tage autonom unterwegs sein, und dann am 28. April gezielt über dem Südpazifik zum Absturz gebracht. In dieser Zeit wird das Experiment „Radar-Progress“ durchgeführt, bei dem Dichte, Temperatur und chemische Veränderungen der Ionosphäre in der Umgebung des Raumschiffs während des Betriebs der Triebwerke untersucht werden.

Gegenwärtig sind drei Raumfahrzeuge am russischen Segment der Raumstation angedockt: die bemannten Raumschiffe Sojus-TMA 22 und Sojus-TMA 03M und der europäische Raumfrachter ATV 3.

Die Mission von Progress M-15M ist die zweite von fünf geplanten russischen Versorgungsmissionen für die Internationale Raumstation. Dazu kommen noch insgesamt vier bemannte Sojus-Flüge, mit denen neue Besatzungen zur Station transportiert werden. Die aktuelle Progress soll bis Ende Juli an der ISS verbleiben.

Im Verlauf der Mission wird Progress M-15M ein ungewöhnliches Manöver unternehmen. Das Raumfahrzeug wird am 22. Juli von der Station ablegen, danach zwei Tage autonom unterwegs sein, und am 24. Juli wieder an der Station andocken. Sinn der Übung ist der Test einer neuen Antenne für das “Kurs”-Rendezvous-System.  Am 30. Juli soll der russische Frachter schließlich die Station endgültig verlassen, um für Progress M-16M Platz zu machen. In der Zwischenzeit sollte dann auch schon das dritte japanische HTV-Versorgungsfahrzeug an der Station angelegt haben (dessen Start für den 23. Juli geplant ist).

Neben dem Test der neuen Antenne soll mit Progress M-15M auch ein neues Anflugverfahren erprobt werden. Zukünftige Progress-Raumfahrzeuge sollen die Station innerhalb weniger Stunden nach dem Start erreichen. Das bisherige Rendezvous-Verfahren, bei dem die Progress jeweils zwei bis drei Tagen unterwegs sind, soll dann aufgegeben werden.

An Bord der Station befinden sich derzeit die beiden amerikanischen Astronauten Daniel Burbank und Donald Pettit, die drei russischen Kosmonauten Anton Shkaplerov, Anatoli Iwanischin und Oleg Kononenko, sowie der holländische ESA-Astronaut Andre Kuipers.