Alternatives CrewposterNach der kürzlichen Pleite mit der Mars-Sonde Fobos-Grunt brauchte die russischen Raumfahrt dringend wieder eine Erfolgsmeldung. Das gelang ihr mit dem beeindruckenden Start einer Sojus FG-Trägerrakete mit dem bemannten Raumschiff Sojus TMA-22 an der Spitze. Beeindruckend auch deswegen, weil die Sojus einmal mehr bewies, dass es für sie kein ungeeignetes Startwetter gibt.

Erst vor wenigen Tagen war in Kourou eine Sojus 2.1b bei strömendem Tropenregen gestartet war. An diesem 14. November kam es, wettermäßig, zum kasachischen Äquivalent dieser Wetterlage. Und so startete der Träger bei heftigem Schneefall um 5:14 Uhr mitteleuropäischer Zeit mit einer dreiköpfigen Besatzung vom Weltraumbahnhof Baikonur aus in den Orbit.

Logo src=images/stories/2011/11/logo.jpgEs war dies übrigens der erste bemannte Start zur Raumstation seit der Einstellung des Shuttle-Programms im Sommer mit der Mission STS 135 der Raumfähre Atlantis.

In der ISS wartet die Besatzung inzwischen schon eine ganze Weile auf Verstärkung, da der Absturz eines Progress-Frachters im August die ursprüngliche Planung der Besatzungs-Rotation außer Kraft gesetzt hatte. Ursprünglich war der Start von Sojus TMA-22 schon für den 22. September angesetzt.

An Bord von Sojus TMA-22 befinden sich die beiden Kosmonauten Anton Schkaplerow und Anatoli Iwanischin sowie der US-Astronaut Daniel Burbank.

Mit dem geglückten Start ist nun auch keine unbemannte Flugphase der ISS mehr zu befürchten. Da die Sojus nicht recht viel länger als ein halbes Jahr im Orbit bleiben kann, gab es durch die Verzögerungen bereits ernsthafte Planungen, die Raumstation auf diese Situation vorzubereiten.

Die Kopplung erfolgte am 16. November um 6.24 Uhr mitteleuropäischer Zeit und ging völlig problemfrei vonstatten. Mit dem Anlegen von Sojus-TMA 22 am Poisk-Modul der Raumstation ist die Besatzung der Raumstation für einige Tage wieder auf sechs Personen angewachsen.

Sojus-TMA 22 ist das letzte Raumfahrzeug der TMA-Serie. Danach kommen ausschließlich Fahrzeuge der TMA-M - Reihe zum Einsatz, bis auch diese durch eine modernisierte Version abgelöst werden wird.

Kurz vor Weihnachten, am 21. Dezember, ist schon der nächste bemannte Start geplant, um die Crewstärke wieder auf die Sollstärke von sechs Personen anzuheben. Dann werden der Russe Oleg Kononenko, Donald Petit von der NASA und André Kuipers von der ESA zur ISS starten.