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StartvorbereitungenDie Zahl „13“ muss nicht unbedingt Unglück bedeuten, wie der heutige Start von Progress M-13M zeigte. Alles klappte wie am Schnürchen und der Raumfrachter erreichte wie geplant seine vorgesehene vorläufige Umlaufbahn. Bekanntlich war sein Vorgänger, Progress M-12M, im August an einer Fehlfunktion der dritten Stufe seiner Sojus U-Trägerrakete gescheitert. Wäre es auch beim heutigen Start zu einem Fehlschlag gekommen, dann hätte das das Ende der permanenten Besetzung der Internationalen Raumstation bedeutet.

Der Träger für die bemannten Einsätze der Sojus, die Sojus FG, verwendet nämlich eine baugleiche dritte Stufe wie die Sojus U, mit welcher die Progress-Raumfrachter in den Orbit gebracht werden.

Progress M-13M verließ die Startrampe in Baikonur um 11:11 Uhr am 30. Oktober. Zehn Minuten später war die eine vorläufige Umlaufbahn erreicht, der Ausgangspunkt für die dreitägige Annäherung an die Raumstation. Das 7,2 Tonnen schwere Raumfahrzeug bringt 1.314 Kilogramm Ersatzteile, Lebensmittel und Ausrüstungskomponenten zur ISS. Dazu 250 kg Treibstoff, 420 Liter Wasser und 50 Kilogramm Sauerstoff.  Neben den lange erwarteten persönlichen Dingen, wie Briefe und Geschenke der Angehörigen, ist bei diesem Flug der Mikrosatellit Tschibis-M mit an Bord. Er wiegt ca. 40 kg und soll von dem Transporter gegen Ende seiner Mission in einer Umlaufbahn von 480-500 km ausgesetzt werden. Progress M-13M soll etwa drei Monate lang an der ISS angedockt bleiben.

Die derzeitige Situation zeigt, wie dünn der Faden ist, an dem das Schicksal der ISS nach dem Rückzug des Shuttles aus dem aktiven Dienst ist. Alle bemannten Transporte und der weitaus überwiegende Teil des Nachschubs werden derzeit mit zwei sehr ähnlichen Varianten der Sojus-Trägerrakete abgewickelt. Fällt sie aus technischen Gründen aus, dann steht das 100-Milliarden-Projekt der Internationalen Raumstation auf der Kippe.

Nachdem der heutige Start jedoch erfolgreich verlaufen ist, kann die nächste bemannte Crew, mit fast zwei Monaten Verspätung, am 14. November zur ISS starten. Derzeit befinden sich nur drei Mann an Bord der Raumstation: Kommandant Mike Fossum von der NASA, der japanische Astronaut Satoshi Furukawa und der sowjetische Kosmonaut Sergei Volkov. Zu ihnen soll am 14. November die Crew von Sojus TMA-22 stoßen, die aus den beiden russischen Kosmonauten Anton Schkaplerow und Anatoli Iwanischin und dem amerikanischen Astronauten Daniel Burbank besteht.

Nach ihrer Ankunft an der ISS zwei Tage später, haben sie weniger eine Woche gemeinsam Zeit die Station von ihren Vorgängern zu übernehmen. Die sollen am 21. November wieder zur Erde zurückkehren. Geht alles nach Plan, dann wird unmittelbar vor Weihnachten die ISS wieder die volle Besatzungsstärke haben, wenn am 21. Dezember der russische Kosmonaut Oleg Kononkenko, der europäische Astronaut Andre Kuipers aus Holland und der NASA-Flugingenieur Donald Petit mit Sojus TMA-03M zur Station starten.

Doch zuerst einmal muss Progress M-13M an der Station anlegen. Das soll, nach knapp drei Flugtagen, am Mittwoch dem 2. November um 12:42 Uhr mitteleuropäischer Zeit der Fall sein.