Eine russische Proton M unter der Ägide von International Launch Services (ILS) brachte am 19. Oktober um 20:49 Uhr mitteleuropäischer Zeit für den in Carlsbad, Kalifornien ansässigen Satellitenbetreiber ViaSat den Breitband-Kommunikationssatelliten ViaSat-1 in den Orbit. Der Start erfolgte vom Kosmodrom Baikonur aus.

Nach dem Abwurf der drei Basisstufen der Trägerrakete übernahm die Orbitaleinheit mit der Breeze M als Antriebsmedium den weiteren Aufstieg. Im Verlaufe von insgesamt fünf Antriebsphasen gelangte ViaSat 1 auf eine stark elliptische geostationäre Transferbahn mit einem niedrigsten Bahnpunkt von 2.360 Kilometern und einem höchsten Bahnpunkt von 35.800 Kilometern. Die Bahnneigung zum Äquator betrug 30,4 Grad.

Von diesem Ausgangsorbit aus wird ViaSat 1 jetzt mit seinem Bordtriebwerk den endgültigen kreisförmigen geostationären Orbit auf einer Bahnhöhe von 36.800 Kilometern bei einer Position von 115 Grad westlicher Länge ansteuern.

ViaSat 1 wurde von Space Systems/Loral entwickelt und gebaut und erreicht mit seinen 72 Ka-Band Transpondern etwa 75 Prozent des Kontinentalterritoriums der USA sowie Alaska, Hawaii und Kanada. Er ist in der Lage bis zu 140 Gigabit Daten pro Sekunde aussenden, was ihn zum derzeit weltweit leistungsfähigsten Kommunikationssatelliten macht.

Auch für die Proton Breeze M hatte dieser Start eine besondere Bedeutung. ViaSat 1 ist mit einem Startgewicht von 6.740 Kilogramm die bisher schwerste Nutzlast, die mit dieser Trägerrakete auf einen Geotransferorbit gebracht wurde.

Beim Projekt ViaSat 1 kooperiert ViaSat mit Loral, Telesat und Eutelsat, um die Dienste des Satelliten bereitzustellen und zu vermarkten. Telesat Kanada übernimmt dabei die Telemetrie, Bahnverfolgung sowie Steuerung des Satelliten und stellt einen Slot im geostationären Orbit zur Verfügung. Eutelsat setzt sein weitverzweigtes Netz ein, um die Breitbanddienste von ViaSat für Telekommunikation, Internet-Dienste und Fernsehen zu vermarkten.