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Beidou 2 SatellitAm 26. Juli 2011, um 23:44 Uhr mitteleuropäischer Zeit, wurde vom chinesischen Weltraumbahnhof Xichang der neunte Navigationssatellit für das Satellitennavigationssystem Beidou 2 in den Weltraum transportiert. Vor Ort war da schon der 27. Juli angebrochen, und es war 5:44 Uhr. Das Ziel des Raumfahrzeugs ist der geostationäre Orbit.

Der Start erfolgte von der Rampe LA-3 des zentralchinesischen Startgeländes. Anders als die Zahl vermuten ließe, gibt es in Xichang nur zwei Startanlagen, nämlich LA-2 und LA-3. Als Träger wurde eine dreistufige Rakete des Typs Langer Marsch 3A eingesetzt. Für diesen Träger war es der insgesamt 21. Einsatz. Die Erfolgsquote liegt bei 100 %. Seit seinem Erstflug im Jahre 1994 hat er noch nie versagt.

Das von ihr ins All gebrachte Raumfahrzeug wird entsprechend seiner Bezeichnung Compass IGS 4 (Inclined Geostationary Satellite 4) auf einer so genannten inklinierten, gegenüber dem Äquator geneigten, geosynchronen Bahn positioniert. Es basiert auf dem Satellitenbus DFH-3, hat eine Masse von rund 2.200 Kilogramm und ist für eine Betriebsdauer von acht Jahren ausgelegt.

Das chinesische Satellitennavigationssystem Compass wird in seiner endgültigen Ausbaustufe einmal aus 35 Satelliten bestehen. Dabei werden 27 Satelliten auf Umlaufbahnen in mittlerer Höhe (ca. 21.500 km) in drei Ebenen um die Erde kreisen, fünf Raumfahrzeuge sollen auf Positionen im Geostationären Orbit arbeiten, und drei Trabanten will man auf inklinierten geosynchronen Bahnen, die bei 118 Grad östlicher Länge den Äquator kreuzen, einsetzen.

China begann im Jahre 2000 mit dem Einsatz eigener Navigationssatelliten. Um dem Ziel der Unabhängigkeit vom US-amerikanischen GPS näher zu kommen, schickte man in diesem Jahr zunächst zwei Satelliten einer Testkonstellation in den Orbit, die den Namen "Beidou" trug. 2003 und 2007 folgten zwei weitere Satelliten für dieses experimentelle System. Anschließend begann man mit dem Aufbau des Betriebsnetzes, das auch Beidou 2 genannt wird.