RadioteleskopAm 18. Juli, um 04:31 Uhr mitteleuropäischer Zeit, hob eine Trägerrakete des Typs Zenit-3F in Baikonur ab und brachte den 5.000 Kilogramm schweren Radioastronomie-Satelliten Spektr-R in eine hochelliptische Umlaufbahn, deren Scheitelpunkt ihn fast bis zum Mond führt.

Mit dem ersten Weltraumteleskop seit dem Ende der Sowjetunion will Russland wieder eine wichtige Rolle in der weltraumgestützten Astronomie einnehmen. Der Radiospiegel ist mit einem Durchmesser von 10 Metern dabei gar nicht übermäßig groß. Seine wahre Leistung erreicht das Instrument daher erst, wenn es für interferometrische Messungen mit irdischen Radioteleskopen zusammengeschaltet wird.

Die Trennung von der Fregat-Oberstufe erfolgte wie geplant um 08:06 Uhr.  Danach war ein Orbit mit einem Perigäum von 600 Kilometern und ein Apogäum von 330.000 Kilometern erreicht. Die Bahnneigung betrug 51,3 Grad zum Äquator.

Die Mission RadioAstron ist die zweite weltraumgestützte VLBI-Mission der Radioastronomie (VLBI: Very Long Baseline Interferometry). Bei diesem Verfahren werden weit von einander entfernte Teleskope virtuell zu einem einzigen Großteleskop zusammengeschaltet. Durch den großen Abstand der beteiligten Teleskope wird eine extrem hohe Winkelauflösung erreicht.

Im Laufe der auf mindestens fünf Jahre angesetzten Mission soll ein möglichst großer Bereich des Himmels untersucht werden können. Um dies zu gewährleisten wurde Spektr-R in einen Orbit gebracht, der durch die Gravitation des Mondes beeinflusst wird. Das Perigäum wird dabei zwischen 400 und 65.000 Kilometer variieren, das Apogäum zwischen 265.000 und 360.000 km. Die Umlaufzeit wird zwischen 8 und 10,5 Tagen schwanken. Unmittelbar nach dem Start beträgt sie 8,2 Tage.

Bei der Mission handelte sich um den zweiten Zenit-Start des Jahres und zugleich um den zweiten Start einer Zenit-3F überhaupt. Den Jungfernflug absolvierte diese Zenit-Varinate im Januar mit dem Start des Wettersatelliten Elektro-L Nr.1.