GPS Satellit CR SpaceflightnowAm 16. Juli hob von der Startrampe 37 der Cape Canaveral Luftwaffenbasis eine Delta-IV-Rakete ab und brachte einen neuen Satelliten für das Global Positioning System der US-Luftwaffe in den Orbit. Es war dies der insgesamt 51. Einsatz einer Delta-Rakete für das amerikanische Navigationssatellitensystem. Insgesamt ist es aber bereits der 62. GPS-Satellit der USA.

Der Start erfolgte um 8:41 Uhr mitteleuropäischer Zeit (entsprechend 2:41 Uhr US-Ostküstenzeit).  Bei der Nutzlast handelt es sich um den von Boeing gebauten GPS-II F-2, die zweite Flugeinheit einer neuen Satelliten-Generation. Die erste Einheit war vor 14 Monaten gestartet worden. Der 1.550 Kilogramm schwere GPS II F-2 soll GPS IIA-11 ersetzen, der schon seit über 20 Jahren im Einsatz ist. Eine Delta 2 brachte ihn am 3. Juli 1991 in den Orbit. Insgesamt hat die Air-Force bei Boeing 12 GPS II F-Satelliten bestellt. Sie sind die Nachfolger der Block IIA-Satelliten und werden nach 2014 durch die Block IIIA-Serie ersetzt werden.

Als Träger wurde dieses Mal eine Delta IV + (4,2) eingesetzt. Dies steht für eine Nutzlastverkleidung mit einem Durchmesser von vier Metern, und eine Startunterstützung durch zwei Festoffbooster vom Typ GEM-60. In dieser Version startet die Delta IV zum siebten Mal. Insgesamt war es der 17. Start einer Delta IV.

Eine Minute und 42 Sekunden nach dem Verlassen der Startrampe wurden die beiden Feststoffbooster abgetrennt. Nach vier Minuten und 15 Sekunden folgte die Hauptstufe. Danach begann die erste von drei Brennphasen für die Centaur-Oberstufe. Zwölf Sekunden nach der Zündung der Centaur wurde die Nutzlastverkleidung, die den Satelliten in der ersten Startphase schützt, abgeworfen.

Zwölf Minuten und 17 Minuten nach dem Verlassen der Startrampe wurde das RL-10 Oberstufentriebwerk zum ersten Mal stillgelegt. Zu diesem Zeitpunkt war ein "Park-Orbit" mit einem niedrigsten Bahnpunkt von 180 Kilometern, einem höchsten Bahnpunkt von 392 Kilometern und einr Bahnneigung zum Äquator von 41,6 Grad erreicht.

Dann begann eine neunminütige Driftphase, nach deren Abschluss der Motor erneut gezündet wurde. Knapp 25 Minuten nach dem Start wurde das Triebwerk wieder abgeschaltet, nachdem die Bahn auf ein Perigäum von 235 Kilometern, ein Apogäum von 20.050 Kilometern und eine Inklination von 43,3 Grad geändert worden war. Dann folgte eine Freiflugphase von fast drei Stunden Dauer. Sie wurde durch eine letzte Zündung der Oberstufe beendet, welche drei Stunden und 22 Minuten und 30 Sekunden nach dem Verlassen der Startrampe abgeschlossen war. Danach befand sich die Oberstufe mit dem Satelliten auf einer kreisförmigen Umlaufbahn in 17.700 Kilometern Höhe mit einer Bahnneigung von 55 Grad zum Äquator.

Die jetzt kommende Test- und Indienststellungsphase für den Satelliten wird etwa 30 Tage dauern. Danach wird das Raumfahrzeug an den Betreiber, die US-Luftwaffe, übergeben.