BetankungEine russische Trägerrakete des Typs Soyuz 2-1A brachte am 12. Juli sechs neue Satelliten der Globalstar-Konstellation in den Orbit. Der Start erfolgte vom Weltraumzentrum Baikonur, das sich in russischem Besitz befindet, aber in Zentralkasachstan liegt. Die Rakete verließ die Rampe zu Beginn des Startfensters um 4:27 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Zuvor hatte es eine zweitägige Verschiebung aus technischen Gründen gegeben.

Träger der Sojus-Reihe haben beim Aufbau des Globalstar-Systems schon immer eine große Rolle gespielt. Zwischen 1999 und 2007 wurde von Starsem acht Sojus-Missionen durchgeführt, bei denen insgesamt 32 Satelliten der ersten Globalstar-Generation gestartet wurden. Bei diesen früheren Starts trug jeder Träger insgesamt vier der damals 450 Kilogramm schweren Satelliten. Die zweite Generation der Globalstar-Satelliten wiegt nun 700 Kilogramm. Von ihnen kann die gegenüber den seinerzeit eingesetzten Sojus U verbesserten Sojus 2 sechs Satelliten aufnehmen. Nicht zuletzt auch wegen eines optimierten Dispensersystems und einer veränderten Formgebung der Satelliten.

Sojus StartGlobalstar hat den Startauftrag an Arianespace vergeben, die ihrerseits vier Sojus-Starts bei Starsem für diesen Zweck geordert hat. Die Sojus-Trägerrakete selbst wird von TsSKB-Progress hergestellt. Zu den insgesamt 24 Satelliten der zweiten Generation kommen jetzt noch acht aus der ersten Generation, die erst 2007 gestartet worden waren. Zusammen bilden sie dann die neue, aus 32 Satelliten bestehende, Globalstar II-Konstellation.

Für die Sojus 2 war die heutige Mission der insgesamt 12. Start. Von dieser Weiterentwicklung der Sojus gibt es zwei Varianten, die Sojus 2.1a und die Sojus 2.1b. Die Sojus 2.1b verwendet als Drittstufe (die als Block-I bezeichnet wird) ein leistungsstärkeres Triebwerk als die Sojus 2.1a.  Die Globalstar-Mission war der achte Flug einer Sojus 21a, die Sojus 2.1b ist bislang viermal geflogen. Als Oberstufe wurde bei dieser Mission die bewährte Fregat eingesetzt.

Beim speziellen Missionsprofil für diesen Start war die dritte Stufe nach acht Minuten und sechs Sekunden ausgebrannt und wurde abgeworfen. Dann übernahm die Orbitaleinheit bestehend aus Fregat und den Satelliten den weiteren Antrieb. Die Fregat zündete zunächste für eine Minute und 23 Sekunden und brachte sich selbst und die sechs Globalstars in einen niedrigen Parkorbit.

Nach dem Erreichen des Parkorbits folgte eine Driftphase von 35 Minuten und 42 Sekunden. Danach zündete sie für ein zweites Brennmanöver.  Dieses dauerte zehn Minuten und acht Sekunden. Danach folgte erneut eine Periode freier Drift, die 80 Minuten und 44 Sekunden dauerte. An derem Ende erfolgte das dritte Brennmanöver, das nur noch 35 Sekunden dauerte und das Perigäum des Orbits anhob.

Die Trennung der Raumfahrzeuge von der Fregat erfolgte 30 Sekunden nach Abschluss des letzten Brennmanövers. 30 Minuten danach unternahm die Fregat einen so genannten „Dispersal Burn“, um sich aus dem Orbit der sechs Satelliten zu entfernen.

Hier einige eindrucksvolle Video-Shots des Starts: http://bit.ly/p7tlxo und http://bit.ly/pWjgpy