Langer Marsch 3CIn einem wichtigen Schritt zur Vorbereitung der nächsten Phase des bemannten chinesischen Weltraumprogramms brachte China am Abend des 11. Juli den zweiten Datenrelay-Satelliten, der die Bezeichnung Tian-Lian 1B hat, in einen geostationären Transferorbit. Der Start erfolgte um 17:41 mitteleuropäischer Zeit vom zentralchinesischen Weltraumbahnhof in Xichang. Als Träger wurde eine Langer Marsch 3C eingesetzt.

Der erzielte Transferorbit weist einen niedrigsten Bahnpunkt von 205 Kilometern, einen höchsten von 42.205 Kilometern und eine Neigung zum Äquator von 18,04 Grad auf.

Der Start von Tian-Lian 1B erfolgte in Vorbereitung auf das später im Jahr geplante Weltraum-Rendezvous zwischen der experimentellen Raumstation Tiangong 1 und Shenzhou 8. Diese beiden Vehikel sollen zum ersten Mal in der chinesischen Raumfahrtgeschichte ein Dockingmanöver durchführen. Dies ist ein entscheidender Vorbereitungsschritt für den Start von Shenzhou 9, der wenige Monate darauf mit einer dreiköpfigen Crew erfolgen soll.

Tian-Lian 1B ist von der China Academy of Space Technology (CAST) entwickelt worden. Er entspricht in seiner konzeptuellen Auslegung den US-Tracking und Data Relay Satelliten (TDRSS). Das System ermöglich eine Echtzeit-Kommunikation zwischen dem Raumfahrzeug im Orbit und der Bodenstation auch wenn es sich nicht im direkten Sichtfeld befindet. Es unterstützt damit die bodengestütze Kommunikation mit diesen und späteren Raumschiffen.

Genau wie die erste Flugeinheit der Tian-Lian Reihe, Tian Lian-1A, basiert auch Tian Lian-1B auf dem DFH-3 Bus. DFH-3 (DongFangHong-3) ist eine Telekommunikationsplattform mittlerer Kapazität. Sie wird auch für die chinesischen Beidou-Navigationssatelliten verwendet.

Tian-Lian 1B wiegt beim Start etwa 2.100 Kilogramm, hat einen Energieleistung von 1,7 Kilowatt und eine projektierte Lebensdauer von acht Jahren.

Für die mit zwei Startboostern ausgerüsteter Langer Marsch 3C-Trägerrakete war es der siebte Einsatz. Sie füllt die Lücke zwischen der relativ leichten Langer Marsch 3A (die keine Booster verwendet) und der mit vier Boostern ausgerüsteten Langer Marsch 3B.  Sie hat eine maximale Kapazität von 3.800 Kilogramm für den Geostationären Transferorbit.  

Träger der Langer Marsch 3-Serie sind grundsätzlich dreistufig. Die ersten beiden Stufen (und die Booster) werden mit den hypergolen Treibstoffen Stickstofftetroxid und unsymmetrischem Dimethylhydrazin (UDMH) betrieben. Die dritte Stufe arbeitet dagegen mit flüssigem Wasserstoff und flüssigem Sauerstoff. 

Astra