ors-1-cr-goodrichOrbital Sciences brachte nach einem ereignisreichen Countdown heute in den frühen Morgenstunden mitteleuropäischer Zeit den ersten Satelliten des "Operationally Responsive Space Programs" in eine Erdumlaufbahn. ORS-1, so der Name des Raumfahrzeugs ist das erste Einsatzfahrzeug dieses Programms.  In den vergangenen Jahren waren aber schon zwei Testsatelliten in den Orbit gebracht worden. Der erfolgreiche Start kam nach einem wetterbedingten Startabbruch gestern morgen und zwei technischen Verzögerungen beim Countdown am 30. Juni.

Bei ORS-1 handelt es sich um einen Aufklärungssatelliten, der seine Daten direkt an die Kampfverbände an der Front senden kann. Hauptauftragnehmer für das Raumfahrzeug war die Goodrich Corporation, die auch die Sensoren baute, die sich an Bord befinden. Das Hauptinstrument an Bord ist das "Senior Year Elektrooptical Reconnaissance System 2", dasselbe optische Instrument das auch die U-2 Aufklärungsflugzeug des CIA verwenden.

Der 430 Kilogramm schwere ORS-1 startete am 30. Juni um 5:09 Uhr mitteleuropäischer Zeit (23:09 Uhr US-Ostküstenzeit) auf einer Minotaur 1 die bei dieser Mission ihren 10. Einsatz absolvierte. Bei der Minotaur 1 handelt es sich um eine "pazifizierte" Minuteman 1-Interkontinentalrakete. Die beiden ersten Stufen dieses Trägers bestehen aus original Minuteman-Treibsätzen. Als dritte Stufe wird ein "ziviler" Orion-50XL Feststoffmotor eingesetzt (die Minuteman verwendet an dieser Stelle einen M57A1 Feststoffmotor). Die vierte Stufe ist ein Orion-38 Feststofftreibsatz (die Minuteman hat keine vierte Stufe).

Die ersten drei Stufen brennen in rascher Folge ab. Die Laufzeit von Stufe 1 beträgt 61,3 Sekunden, die der zweiten Stufe 72 Sekunden und die der dritten Stufe 73 Sekunden. Danach folgt eine längere ballistische Freiflugphase, bis die Rakete das Apogäum ihrer Bahn erreicht hat. Bei dieser Mission waren das 303 Sekunden nach dem Ausbrennen der dritten Stufe der Fall. Am Scheitelpunkt der Bahn zündete dann die vierte Stufe. Deren Brenndauer betrug 66 Sekunden. Danach war ein kreisförmiger Orbit in einer Höhe von 400 Kilometern mit einer Bahnneigung von 40 Grad zum Äquator erreicht.

Zwei Minuten nach dem Ausbrennen der vierten Stufe und knapp 12 Minuten nach dem Verlassen der Startrampe trennte sich der Satellit von der Endstufe des Trägers.

Der Start erfolgte von der "Hausbasis" von Orbital Sciences, vom Mid-Atlantic Regional Spaceport auf Wallops Island in Virginia.

Astra