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Kobalt M StartEine Trägerrakete des  Typs Sojus-U transportierte am 27. Juni um exakt 20:00 Uhr Moskauer Zeit einen russischen Militärsatelliten in eine niedrige Erdumlaufbahn. Das Raumfahrzeug erreichte seinen vorgesehen Orbit um 20:08 Uhr.  Nachdem die Umlaufbahn erreicht war, erhielt es die Bezeichnung “Kosmos 2472”. Die Kosmos-Nomenklatur ist eine reine Zählnummer für militärische Objekte. Sie gibt keinen Hinweis auf die Aufgabe des Raumfahrzeugs.

Mit einiger Sicherheit handelt es sich bei Kosmos 2472 aber um die siebte Flugeinheit der optischen Aufklärungssatelliten der Kobalt M-Reihe. Diese Satelliten werden auf sehr niedrigen Umlaufbahnen (typischerweise 170 x 270 Kilometer) mit relativ hohe Inklinationen abgesetzt (typischerweise zwischen 63 und 67 Grad). In diesem Fall, das macht den heutigen Start besonders, lag die Inklination bei 82 Grad. Das ist ein nahezu polarer Orbit. Die Kobalt-Satelliten arbeiten mit klassischem belichtetem Film und erzielen daher extrem hohe Auflösungen.

Satelliten des Typs Kobalt M wiegen beim Start etwa 6,6 Tonnen, sind spitzkegelig mit einer Länge von 6,3 Metern und einem Basisdurchmesser von 2 Metern. Gefertigt werden sie bei Arsenal in St. Petersburg.  

An Bord des Satelliten befinden sich zwei kleine Rückkehrkapseln, mit welchen die Fotos zur Erde zurückgebracht werden. Nach etwa 120 Tagen kehrt in der Regel auch die große, konisch geformte Rückkehrkapsel des Satelliten auf die Erde zurück.

Typischerweise starten die russischen Streitkräfte etwa einen Kobalt M-Satelliten pro Jahr. Zu Zeiten der Sowjetunion waren es dagegen bis zu 10 Raumfahrzeuge der Vorgängermodelle Kobalt und Yantar 4K2 jährlich.

Der Start der Sojus U war der erste Einsatz eines Trägers dieses Typs in diesem Jahr von Plesetzk aus. Insgesamt aber sind  seit dem 18. Mai 1973 insgesamt 533 Sojus-Träger von Plesetzk aus  gestartet.