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Discovery StartEin geglückter Shuttle-Start und trotzdem Wehmut bei den Raumfahrtfans. Am 24. Februar 2011, um 22:53 Uhr mitteleuropäischer Zeit trat die US-Raumfähre Discovery ihre letzte Dienstreise zur Internationalen Raumstation an. Wenn sie - hoffentlich sicher - am 8. oder 9. März wieder zur Erde zurückkehrt, wird dies der erste Abschnitt des dreiteiligen Abschieds der US-Raumfahrt vom Space Shuttle sein. Die letzten Flüge der Endeavor und der Atlantis sollen im April und im Juli stattfinden.

Dieser drittletzte Flug im Programm ist gleichzeitig Discoverys 39. Einsatz. Das macht sie zum aktivsten aller Shuttles, zum "Fleet-Leader". Keine der Raumfähren hat mehr Missionen geflogen.

Discoverys letzter Countdown verlief noch einmal sehr dramatisch. Der Computer des Range Safety Systems der Airforce war abgestürzt, und ohne dieses System darf der Start aus Sicherheitsgründen nicht durchgeführt werden. Das Startfenster der Discovery war bei dieser Mission aber nur etwa drei Minuten lang. So wurde der Countdown zum letzten möglichen Zeitpunkt, fünf Minuten vor dem geplanten Zünden der Triebwerke, angehalten und Startdirektor Mike Leinbach wartete auf Nachrichten von der Air Force. In buchstäblich letzter Sekunde kam die Range-Freigabe und der Countdown konnte fortgesetzt werden.

Die Crew der Discovery besteht ausschließlich aus "Veteranen". Steve Lindsey, langjähriger Chefastronaut der NASA (und erst vor einem Jahr in dieser Funktion von Peggy Whitson abgelöst), ließ es sich nicht nehmen, diese Mission selbst zu kommandieren. Damit ist dies sein fünfter Flug im Shuttle und sein dritter als Kommandant. Seine erste Mission datiert zurück zum Jahr 1997. Damals flog er als Pilot der Columbia die Mission STS-87. Das Jahr darauf war er bei der Mission STS-95 ebenfallls als Pilot eingesetzt. Das war die Mission, bei dem John Glenn mit an Bord war. Als Kommandant der Atlantis brachte er im Jahr 2001 das Quest-Modul zur ISS. Sein bislang letzter Flug, im Jahre 2006, fand ebenfalls an Bord der Discovery statt, als er die Logistik-Mission STS-121 zur ISS leitete.

Sein Pilot Eric Boe flog - ebenfalls als Pilot - an Bord der Endeavour - im November 2008 die Mission STS 126 zur ISS.

Auch Al Drew, Missionsspezialist No. 1 bei diesem Flug, hat einen früheren Einsatz zu verzeichnen, ebenfalls auf der Endeavour mit der Mission STS 118.

Erst wenige Wochen vor dem Flug stieß Steve Bowen zur Mannschaft. Er ersetzt Tim Kopra, der sich bei einem Fahrradunfall das Becken brach, und deswegen nicht mit dabei sein kann. Durch den Einsatz von Bowen kam es zum Schluss des Programms noch einmal zu einer "Erstleistung", denn es kam in der Geschichte des Shuttle-Programms bislang noch nie vor, dass ein Besatzungsmitglied bei zwei aufeinanderfolgenden Flügen dabei war. Bowen flog im letzten Mai und davor bereits mit der Endeavour im Jahre 2008, der gleichen Mission bei der auch Eric Boe dabei war.

Mike Barrat war bereits einmal im Weltraum, und zwar gleich für 199 Tage an Bord der internationalen Raumstation, fliegt aber dennoch zum ersten Mal mit dem Shuttle. Zu seinem halbjährigen Einsatz zur ISS startete er nämlich im Jahre 2009 an Bord einer russischen Sojus-Rakete.

Und auch Nicole Stott hat bereits einen Langzeitaufenthalt an Bord der ISS hinter sich gebracht, der allerdings nur 91 Tage dauerte. Sie war die letzte Astronautin, die noch mit dem Shuttle zur Station gebracht und auch wieder abgeholt worden war. Sie startete im Jahre 2009 mit der Discovery und kam mit der Raumfähre Atlantis wieder zur Erde zurück.

Am 26. Februar, um 20:14 Uhr mitteleuropäischer Zeit legte die Discovery zum 13. und letzten Mal an der Internationalen Raumstation an. Eine gute Stunde später konnten sich die beiden Besatzungen begrüßen und wiederum nur kurze Zeit später begannen die gemeinsamen Arbeiten. Dabei wurde der so genannte External Logistics Carrier, den der Shuttle mitgebracht hatte, mit dem Robotarm aus der Nutzlastbuch der Discovery gehievt und an der Raumstation befestigt.