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GEO-IK 2 CR ReshetnevDas war ein schlechter Jahresanfang für das russische Kosmodrom in Plesetzk. Beim ersten Start des Jahres landete der geologische Forschungssatellit GEO-IK 2 aufgrund eines Fehlers in der Oberstufe seines Rokot-Trägers in einer zu niedrigen Umlaufbahn. Zunächst vermutete die russische Programmleitung sogar einen Totalverlust des Satelliten, nach einigen Stunden konnte das Flugkontrollzentrum aber Kontakt mit dem Raumfahrzeug aufnehmen. Die Frag ist jetzt, ob er seine Aufgabe auch auf der zu niedrigen Bahn zumindest teilweise erfüllen kann.

Der Start der Rokot erfolgte pünktlich um 15:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Der Kurs des Trägers, einer modifizierten Interkontinentalrakete, führte danach in fast genau nördliche Richtung. Die beiden ersten Stufen des, welche die eigentliche Interkontinentalrakete bilden, funktionierte perfekt. Danach sollte die Breeze KM-Oberstufe zweimal feuern, um den Satelliten 90 Minuten nach dem Verlassen der Startrampe auf einer polaren Kreisbahn in 1.000 Kilometern Höhe abzusetzen. Offensichtlich erfolgte aber nur das erste Brennmanöver.

Eine Bahnvermessung ergab, dass sich der Satellit in einer elliptischen Transferbahn befindet, mit einem Apogäum von 1.060 Kilometern, einem Perigäum von 310 Kilometern und einer Bahnneigung zum Äquator von 99,5 Grad. Der erforderliche Geschwindigkeitsbedarf für die Bahnanpassung zum Zielorbit würde etwa 180 m/sek betragen, also ca. 650 Kilometer pro Stunde. Dies kann der Satellit mit seinen Bordtriebwerken nicht leisten.

Eine Kommission zur Untersuchung der Anomalie ist bereits eingesetzt. Der Start am 1. Februar war die 18. Mission einer Rokot und der zweite Fehlschlag dieses Trägers.

GEO-IK 2 ist der erste von zwei Forschungssatelliten die eine exakte Vermessung der Form der Erde, ihres Gravitationsfeldes und ihrer Rotation vornehmen sollten. Die Untersuchungen sollten auch Messungen der Plattentektonik der Erde, der Gezeitenwirkungen und der Bewegungen der Erdpole beinhalten.

GEO-IK 2 wurde von ISS Reshetniv gebaut. Einige der Instrumente kamen aber von  Thales Alenia Space in Frankreich.