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Globalstar; Credit: RoskosmosAm 19. Oktober 2010, um 19:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit, wurde im kasachischen Baikonur auf einer von Arianespace vermarkteten Trägerrakete des Typs Sojus 2.1a "Fregat" ein "Sixpack" mit dem ersten halben Dutzend Raumfahrzeugen der zweiten Globalstar-Generation gestartet.

GlobalstarDie Sojus 2.1a, neueste Version des russischen Standardträgers, hob um 21:10 Uhr und 59 Sekunden Moskauer Zeit von der nur selten genutzten Startrampe Nummer sechs in Baikonur ab. Zählt man alle Versionen der Sojus zusammen, dann war das schon der 1.762 Start eines Trägers dieser Raketenfamilie. Die ersten beiden Stufen werden bei ZSKB-Progress in Samara gebaut. Die Fregat-Oberstufe stammt von Lawotschkin. Eine Besonderheit war bei diesem Start war der Einsatz des Globalstar-Dispensersystems, das von Astrium in Les Mureaux und Saint-Médard-en-Jalles stammt. Mit Trägerstrukturen dieses Typs sollen auch die Galileo-Satelliten des europäischen Satellitennavigationssystems in der Umlaufbahn abgesetzt werden.

Die Restriktionen des Startfensters, das wegen der notwendigen Bahnparameter nur eine einzige Sekunde lang war, erforderten einen pünktlicher Start. Nach dem planmäßigen Abheben erreichte die Orbitaleinheit, bestehend aus der Fregat-Oberstufe und den sechs Satelliten eine erste Übergangsbahn.

Nach zwei Brennphasen der Fregat war die geplante Umlaufbahn für das Aussetzen der sechs jeweils rund 650 Kilogramm schweren Satelliten erreicht. Die ersten beiden Raumfahrzeuge wurden gegen 20:49 Uhr mitteleuropäischer Zeit von der oberen Hälfte des Dispensers freigegeben. Eine Minute und vierzig Sekunden später, gegen 20:51 Uhr mitteleuropäischer Zeit, erfolgte die Abtrennung der vier übrigen Satelliten.

Die von Thales Alenia Space in Italien (TAS-I) endmontierten Raumfahrzeuge sind die ersten Einheiten für die zweite Generation des Globalstar-Mobilfunknetzes. Damit sollen Daten-Transferraten von bis zu 256 kBit/s erreicht werden. Das macht den Empfang von Multimedianachrichten, die Nutzung mobilen Videoempfangs und von Datendiensten mit GPS-Integration möglich. Kunden in über 120 Ländern könnten auf die Angebote von Globalstar zurückgreifen.

Zwischen Februar und November 1999 waren die 24 Satelliten der ersten Generation ins All gebracht worden.

GlobalstarFür die zweite Generation hat Globalstar 24 aktive Satelliten sowie vier Reserve-Einheiten bei Thales Alenia Italy (TAS-I) in Auftrag gegeben. Außerdem wurde zusätzlich vereinbart, dass Globalstar bis Juni 2012 optional bis zu weitere 24 Satelliten bei TAS-I für einen bereits vereinbarten Festpreis bestellen kann.

 Die technische Lebensdauer der Satelliten soll 15 Jahre betragen. Um ihren Aufgaben auf Kreisbahnen in rund 920 Kilometern zu erfüllen, sind sie mit jeweils 16 Transpondern ausgestattet, die im S-Band senden, und mit jeweils 16 Receivern, die im L-Band empfangen.

Für das erste Halbjahr 2011 sind drei weitere Starts von Sojus 2.1a-Raketen mit jeweils sechs Globalstar-Satelliten geplant. Wenn schließlich alle 24 Satelliten der zweiten Generation im All sind, will Globalstar aus diesen und acht weiteren Raumfahrzeugen, die bereits im Jahre 2007 in den Weltraum gebracht wurden, ein Netz aus 32 Satelliten bilden.

Astra