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Credit: ReshetnevAm frühen Morgen des 8. September brachte eine Trägerrakete des Typs Rokot Breeze-KM vom russischen Kosmodrom Plesezk aus drei institutionelle russische Satelliten in einen nahezu polaren Orbit. Bei den Raumfahrzeugen handelt es sich um die zweite Einheit eines Datenrelay-Satelliten der Gonets-M Serie, sowie um zwei Raumfahrzeuge des Strela-Systems, in dem eine „militarisierte“ Version der Gonets-Satelliten verwendet wird.


Der knapp 30 Meter hohe Träger verließ den Startsilo am Komplex 133 des Kosmodroms von Baikonur um 5:30 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Die Rockot ist in ihren ersten beiden Stufen nichts anderes als eine Interkontinentalrakete des Typs SS 19 „Stiletto“ (in Russland als UR-100 N bezeichnet), von der in den Jahren 1974 bis 1987 insgesamt 360 Stück gebaut wurden. Im Rahmen des START-1 Vertrages zur Rüstungsbegrenzung musste der größere Teil dieser Raketen verschrottet werden. Etwa 160 verblieben im russischen Inventar, und werden seitdem nach und nach als Satellitenträger „aufgebraucht“. In dieser Funktion wird die SS-19 als „Rockot“ mit einer bis zu achtmal wiederzündbaren Breeze KM-Oberstufe ausgerüstet. Der Start am 8. September war der 14. Einsatz einer Rockot.

Credit: ReshetnevDie Trennung der drei jeweils etwa 280 Kilogramm schweren Raumfahrzeuge von der Oberstufe erfolgte um 7:16 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Die Bahnhöhe betrug 1.350 Kilometer und die Bahnneigung zum Äquator lag bei 82,5 Grad.

Bei Gonets handelt es sich um einen kommerziellen Datentransferdienst für internationale Gesundheitsorganisationen. Strela ist ein Datenrelaysystem für die russischen Streitkräfte. Beide Organisationen verwenden nahezu baugleiche Satelliten, die von Reshetnev hergestellt werden. Die beiden Raumfahrzeuge, die dem militärischen System angehören bekamen die traditionelle russische Kosmos-Bezeichnung: Eine Nummer, die seit den Anfangstagen der sowjetischen Raumfahrt weitergezählt wird. Früher wurde damit der wahre Einsatzzweck sowjetischer Satelliten verschleiert. Die beiden neuen Einheiten wurden mit der Bezeichnung Kosmos 2467 und Kosmos 2468 belegt.

Gonets-M2 ist der zweite einer neuen Serie von Raumfahrzeugen dieses Typs.  In den kommenden Jahren soll ein System von 36 Satelliten auf sechs Bahnen entstehen, das die weltweite Weiterleitung hauptsächlich medizinischer Daten von mobilen Endgeräten aus erlaubt. Dazu ist jeder Satellit mit Sender und Empfänger sowie Antennen ausgerüstet, die mit nur 10 Watt Leistung auskommen. Die Datenpakete werden mit bis zu 64 kBit/s übertragen, an Bord jedes Satelliten können 8 MB gespeichert werden.

Die End-zu-End-Übertragung von Daten soll durch dieses System innerhalb von 20 Minuten gewährleistet sein. Angestrebt wird eine Funktionsdauer von 5 bis 7 Jahren.

Astra