Hayabusa Landekapsel; Credit: JAXADie Rückkehr der Landekapsel der japanischen Raumsonde Hayabusa ist geglückt. Trotz vieler Schwierigkeiten, und einer deutlich längeren Reise als geplant, hat die kleine Raumsonde ihre Odyssee glücklich beendet. Der Eintritt in die Erdatmosphäre konnte von Wissenschaftlern und Amateurbeobachtern gegen 15:51 Uhr mitteleuropäischer Zeit beobachtet werden. In einer Höhe von etwa 10.000 Metern trennte die nur rund 40 Zentimeter durchmessende Kapsel den oberen und unteren Hitzeschild ab und warf einen Fallschirm aus. Die Landung erfolgte in der geplanten Zone der Woomera Test Range in Zentralaustralien, wo es zu diesem Zeitpunkt kurz nach Mitternacht war (16:11 Uhr mitteleuropäischer Zeit).

Ein Sender an Bord sorgte dafür, dass die Kapsel bereits unmittelbar nach der Landung gefunden werden konnte. Die Bergung erfolgte allerdings erst nach Sonnenaufgang, um den japanischen Spezialisten gute Beleuchtungsverhältnisse zu garantieren. Der Behälter wird nun in das japanische Missionskontrollzentrum Samamihare gebracht und dort geöffnet. Dann wird sich herausstellen, ob sie tatsächlich Asteroidenstaub enthält.

Der Start der 510 kg schweren Raumsonde war am 9. Mai 2003 vom japanischen Raumfahrtzentrum Kagoshima aus mittels einer M 5 - Trägerrakete. Danach brachten die vier Ionentriebwerke die Sonde auf die geplante Flugbahn zum Asteroiden 25.143 "Itokawa". Dieser kleine Himmelskörper war erst 1996 entdeckt worden. Es handelt sich dabei um einen so genannten Erdbahnkreuzer. Das Perihel, also der sonnennächste Bahnpunkt, liegt bei 0,953 Astronomischen Einheiten (142 Millionen Kilometern) und damit knapp innerhalb der Erdbahn. Das Aphel, der sonnenfernste Punkt der Bahnellipse, beträgt 1,7 AE (254 Millionen Kilometer) und geht damit sogar noch ein gutes Stück über die Marsbahn hinaus. Die Abmessungen des Asteroiden betragen - und das weiß man erst seit Hayabusas Besuch - 535 x 294 x 209 Meter. Er dreht sich alle 12 Stunden einmal um seine Achse. Benannt ist der Asteroid übrigens nach dem japanischen Raketenpionier Hideo Itokawa, der von 1912 bis 1999 lebte.

Hayabusa hatte sein Ziel am 12. September 2005 erreicht und bezog danach mehrere Wochen lang Position über Itokawa. Zwischen dem 4. und 26. November wurden mehrere Landeversuche unternommen. Zwei davon glückten, es ist jedoch fraglich, ob es auch gelang, Bodenproben zu nehmen.

Schon beim Hinflug zum Asteroiden hatte es Probleme gegeben, beim Rückflug wurden es noch mehr. Nach und nach fielen drei der vier Ionentriebwerke aus, und wegen falscher Ausrichtung zur Sonne konnten die Solarzellen nicht ausreichend Energie bereitstellen. Die Batterie wurde Ende November und im Dezember 2005 wegen mehrfacher Ladefehler beschädigt und verlor einen Großteil ihrer Speicherfähigkeit. Außerdem gingen die bei der zweiten Landung aufgezeichneten Daten verloren. Trotz all dieser Widrigkeiten gelang im Januar 2006 die langsame Wiederherstellung von Energieversorgung, Kommunikation und Lageregelung. Dazu musste man neben dem einzigen noch funktionierenden Drallrad nun auch einen Teil des Xenons, eigentlich Treibstoff für die Ionentriebwerke, als Kaltgas zur Lageregelung einsetzen. Die beiden anderen Drallräder, die zusammen eigentlich die Dreiachsenstabilisierung der Sonde sichern sollten, waren bereits im Juli und Oktober 2005 ausgefallen.

Wegen der technischen Probleme der Sonde hatte man den Zeitpunkt für die Rückkehr, Mitte Dezember 2005, verpasst und Hayabusa musste zwei Jahre länger in einem Sonnenorbit (immer noch nahe des Asteroiden Itokawa) verbleiben.  Erst im Dezember 2007 konnte der Rückflug begonnen werden. Mit den verbleibenden Restkapazitäten der Ionentriebwerke gelang bis zum 27. März 2010 die Änderung der Bahn soweit, dass Hayabusa schließlich die Erde erreichte. Letzte Korrekturmanöver am 5. und 27. Mai sowie am 5. und 9. Juni sorgten dafür, dass die vorgesehene Landezone auch tatsächlich getroffen wurde.

Drei Stunden vor dem Eintritt in die Erdatmosphäre trennte sich die Landekapsel von der Sonde. Gegen 16:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit trat sie dann mit einer Geschwindigkeit von etwa 43.000 Kilometern pro Stunde in die Erdatmosphäre ein und war als leuchtender Meteor am nächtlichen Himmel über Zentralaustralien zu sehen, genauso wie die eigentliche Raumsonde, die der Landekapsel in geringem Abstand folgte. Die Hauptsonde war nicht mit einem Hitzeschild geschützt. Ihre Zerstörung war unausweichlich notwendig, da sie die Landekapsel auf den exakten Rückkehrkurs bringen musste, und der Landeeinheit auf dem gleichen Flugweg folgte.

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