Parus: Credit: Mark Wade Seit der Jahrtausendwende wird immer wieder behauptet, dass die Bestände Russlands an Kosmos M-Raketen langsam zur Neige gehen, die Produktion seit langem eingestellt ist und keine Starts mehr mit diesem Träger durchgeführt werden. Und Jahr für Jahr finden weitere Starts mit der Kosmos M statt, offensichtlich sind die Lagerstände zumindest anfangs recht beträchtlich gewesen. Zurzeit wird behauptet, dass auch im kommenden Jahr mindestens ein Start mit diesem Typ durchgeführt wird, und dann alle vorhandenen Exemplare verbraucht sind. Allerdings haben wir Meldungen dieser Art schon öfters gehört.

Mit einer Kosmos 3M Rakete wurde also gestern früh ein militärischer Navigationssatellit in einen polarnahen Orbit entsandt. Der Start des zweistufigen Trägers erfolgte um 03:05 mitteleuropäischer Zeit von der Startrampe 132 des Weltraumzentrums Plesetzk in Nordrussland. Der Start verlief erfolgreich und der Satellit erreichte um 04:08 Uhr mitteleuropäischer Zeit seinen Zielorbit in knapp 1000 Kilometer Höhe bei einer Inklination von knapp unter 83 Grad.

Kosmos 3M; Credit: carrotworks Das Raumfahrzeug erhielt nach dem Start die übliche Kosmos-Zählnummer, die seit den Anfangstagen der russischen Raumfahrt für militärische Satelliten vergeben wird. In diesem Fall Kosmos 2463. Über die Mission des Raumfahrzeugs hielten sich die russischen Offiziellen bedeckt

Experten nehmen aber an, dass es sich um einen kombinierten Navigations- und Datenrelaysatelliten der Parus-Serie handelt. Der am Dienstag angesteuerte Orbit entspricht jedenfalls dem der Satelliten dieses Typs.

Träger des Typs Kosmos 3M wurden seit den 60iger Jahren mehr als 400-mal eingesetzt. Der Start am Dienstag war die 10. Weltraummission des Landes in diesem Jahr. Damit hat Russland mehr als die Hälfte aller Nutzlasten weltweit in diesem Jahr in den Orbit gebracht.

Astra