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Start; Credit: Chrunitschew Gestern Mittag (24.4.) hob pünktlich zum vorgesehenen Starttermin um 13:19 Uhr mitteleuropäischer Zeit eine Trägerrakete des Typs Proton-M/Breeze M vom Startplatz 200/39 im kasachischen Baikonur ab, um den Kommunikationssatelliten SES 1 für SES World Skies in den Weltraum zu transportieren. Es war dies einer der relativ seltenen Tagstarts eines Kommunikationssatelliten und bei dem klarem Wetter und dem wolkenlosem Himmel an diesem Tag ein besonderes Schauspiel.

 Träger zum Startplatz; Credit: Chrunitschew
 Bahngrafik; Credit: Chrunitschew

Nach neun Minuten und dreiundvierzig Sekunden Flugzeit wurde die Orbitaleinheit bestehend aus der Breeze M-Oberstufe und dem Satelliten von der dritten Stufe der Proton abgetrennt. Eine erste Zündung der Oberstufe brachte diesen Verband in einen 190 Kilomter hohen kreisförmigen Parkorbit. Nach weiteren drei Brennphasen der Breeze-M-Oberstufe wurde SES 1 schließlich nach rund acht Stunden und achtundfünfzig Minuten Flugdauer freigegeben. Der erreichte Bahn wies ein Perigäum von 33.450 Kilometern, ein Apogäum von rund 33.900 Kilometern und eine Bahnneigung zum Äquator von 0,5 Grad auf.

Da der Satellit mit einem Stargewicht von 2.560 Kilogramm eine vergleichsweise geringe Masse hat, war es möglich, ihn direkt auf eine annähernd geostationäre Umlaufbahn zu bringen. Erste Signale des Satelliten wurden von einer Bodenstation im australischen Perth empfangen.

Der Transport des Satelliten erfolgte beim 356. Flug einer Proton-Rakete, und der bereits fünften Proton-Mission des Jahres 2010. Zum 17. Mal flog ein Satellit für SES bzw. Astra auf einer Proton-Rakete.

Das mit jeweils 24 C-Band- und Ku-Band-Transpondern ausgerüstete Raumfahrzeug soll eine Position bei 101 Grad West im Geostationären Orbit einnehmen. Dort wird SES 1 die Satelliten AMC 2 und AMC 4 ablösen. Die erwartete Lebensdauer des von der Orbital Sciences Corporation (OSC) gebauten und auf dem Satellitenbus Star 2.4E basierenden Raumfahrzeugs beträgt 15 Jahre. Die Solargeneratoren erbringen rund 5 kW an elektrischer Leistung zur Versorgung der Kommunikationsnutzlast des Satelliten.

Der nächste kommerzielle Start einer Proton ist für Juni geplant. Dann soll der Kommunikationssatellit BADR 5 in den Orbit gebracht werden.

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