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Discovery Start; Credit: Ben Cooper Im amerikanischen Shuttle-Programm klappt alles wie am Schnürchen. Schade nur, dass es bald vorbei ist. Am Montag, dem 5. April, um 12:21 Uhr mitteleuropäischer Zeit startete die US-Raumfähre Discovery beim ersten Startversuch exakt zum seit Monaten vorgesehenen Zeitpunkt zur Internationalen Raumstation. In Florida war es zum Startzeitpunkt 6:21 Uhr, was dort um diese Jahreszeit bedeutet, dass der Start im ersten Morgengrauen erfolgte.

 Credit: Ben Cooper
 Credit: Ben Cooper
 Credit: Ben Cooper

Achteinhalb Minuten nach dem Verlassen der Startrampe war die Discovery im Orbit angekommen.

An Bord befinden sich sieben Astronauten. Kommandant John Poindexter, Pilot James Dutton, die Flugingenieure Dorothy Metcalf-Lindenburger, Stephanie Wilson und Naoko Yamazaki sowie die beiden EVA-Spezialisten Richard Mastracchio und Clayton Anderson. Letzerer hatte im Jahre 2007 bereits ein halbes Jahr an Bord der Internationalen Raumstation verbracht.

Bei dem Flug handelt es sich um eine so genannte Logistik-Mission. In der Ladebucht des Shuttle befindet sich das Mehrzweck-Frachtmodul Leonardo, das mit mehr als 10 Tonnen Ersatzteilen und Nachschubgütern für die ISS beladen ist. Bei diesem voraussichtlich viertletzten Flug des Shuttle-Programms werden auch Ersatzteile zur ISS gebracht, die vielleicht erst in 10 Jahren benötigt werden. Aber bald steht die enorme Frachtkapazität der Raumfähren nicht mehr zur Verfügung, und so muss jetzt alles nach oben geschafft werden, was irgendwie geht.

Auch die drei Außenbordmanöver sind hauptsächlich dem Verstauen von Ersatzteilen und dem Austausch von größerem Gerät gewidmet. Ausgetauscht werden beispielsweise ein gut 850 Kilogramm wiegender Ammoniak-Tank sowie einer der massiven Lagekontrollkreisel der Station.

Erst einen Tag vor dem Shuttle hatte die Crew von Sojus TMA-18 die Station erreicht. Damit ergeben sich zwei weitere Erstleistungen des Raumstationsprogramms: Erstmals befinden sich vier Frauen gleichzeitig im Weltraum und erstmals sind sich auch zwei japanische Astronauten gleichzeitig im Orbit.

Und eine weitere Erstleistung gab es gleich nach dem Start der Discovery: Zum dritten Mal in der Einsatzgeschichte dieses Orbiters fiel die Ku-Band Antenne aus, mit der nicht nur größere Datenmengen zur Erde übermittelt werden, sondern die zusätzlich auch als Rendevous-Radar für die Annäherung an die Station dient. Die Crew ist jedoch darauf trainiertt, das Annäherungs- und Andockmanöver auch ohne das Radar zu bewerkstelligen. Dies klappte denn auch einwandfrei. Die größeren Datenmengen, wie beispielsweise die Telemetriedaten oder die Daten der Inspektion der Hitzekacheln des Shuttle werden in den kommenden Tagen über den Ku-Band Link der Station zur Erde übermittelt.

Astra