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Startvorbereitung; Credit: Spaceflightnow Justin Ray Mit dem Start einer Delta 4 wurde in den frühen Abendstunden des 4. März amerikanischer Ostküstenzeit das Geostationäre Wetterbeobachtungsnetz der US-Wetterbehörde runderneuert. Die Nutzlast des Trägers, GOES P, war der letzte in einer Serie dreier neuer Satelliten. Zuvor waren – ebenfalls jeweils mit einer Delta 4 - bereits die „Geostationary Operational Environmental Satellites“, kurz GOES, mit den Kennbuchstaben N und O in den Orbit gebracht worden. Diese früheren Starts erfolgten im Jahre 2006 und im letzten Juni.

 Startvorbereitung; Credit: Spaceflightnow Justin Ray
 Startvorbereitung; Credit: Spaceflightnow Justin Ray
 Delta 4 Start; Credit: Spaceflightnow, Stephen Clark

Um 6:57 Uhr US-Ostenküstenheit (entsprechend 0:57 Uhr mitteleuropäischer Zeit am Freitagmorgen) erwachte das Haupttriebwerk der Delta 4 zum Leben und hüllte den Träger für einen Moment fast vollständig in den Delta-typischen Ball aus Wasserstoff-Flammen ein. Nur Momente später zündeten die beiden Feststoff-Booster und gleich darauf löste sich die 20 Stockwerke hohe Rakete von der Rampe.

Die Reise in den Zielorbit dauerte danach viereinhalb Stunden. Um ihn zu erreichen musste das Zweitstufentriebwerk insgesamt drei Brennperioden absolvieren. Die angestrebte Bahn war stark elliptisch und wies einen höchsten Bahnpunkt von 36.500 Kilometern auf, einen niedrigsten Punkt von 6.600 Kilometern und eine Bahnneigung zum Äquator von 12 Grad.

Boeing, der Hersteller des Raumfahrzeugs, wird die nächsten drei Wochen dazu verwenden, den GOES-P in einen kreisförmigen geostationären Orbit mit einer Bahnhöhe von 35.600 Kilometern zu manövrieren. Am 24.März wird die NASA den Satelliten übernehmen und eine fünfmonatige Checkout-Phase durchführen. Danach könnte das Raumfahrzeug theoretisch im Wetterbeobachtungssystem der USA eingesetzt werden.

Doch der 500 Millionen Dollar teure Satellit wird nicht sofort in Dienst gestellt. Er dient stattdessen als orbitale Reserveeinheit und wird erst dann in Dienst treten, wenn eine der älteren Einheiten ausfällt.

Die beiden derzeit aktiven Hauptsatelliten des US-Wetterdienstes sind GOES 11, der die Westzone einschließlich Hawaii und der Marshall-Inseln abdeckt und GOES 12 für den Osten der Vereinigten Staaten. GOES 12 ist bereits neun Jahre alt und wird im April so positioniert werden, dass er den Beobachtungsschwerpunkt für den Rest seiner nutzbaren Lebenszeit auf Südamerika legen kann. GOES 13, der im Jahre 2006 unter dem Namen GOES-N gestartet war, wird dann aus seiner Orbit-Lagerung entnommen, dem aktiven Dienst zugeführt und dann als neuer Ost-Satellit seinen Dienst antreten.

GOES-O, der nach dem erfolgreichen Start die Bezeichnung GOES 14 erhielt, wartet noch auf seine Einberufung. Die Lebensdauer-Projektionen von GOES 11 zeigen, dass GOES 14 diesen Satelliten Ende des kommenden Jahres ablösen muss. Danach ist GOES-P, der nach der erfolgreichen Indienststellung in GOES 15 umbenannt wird, der alleinige Ersatzsatellit des US-Wetterdienstes. Es gehört zur Politik dieser Institution stets einen Ersatzsatelliten im Orbit zu haben, der innerhalb von 72 Stunden nach Ausfall einer Einsatzeinheit seinen Dienst antreten kann.

Unter normalen Umständen wird GOES-P/GOES 15 irgendwann um das Jahr 2015 herum GOES 13 ersetzen.

Für den Start des Raumfahrzeugs wurde eine Delta 4 Medium+ 4,2 eingesetzt. Diese Version der Delta 4 ist mit einer vier Meter weiten Nutzlastverkleidung und zwei Feststoffboostern ausgerüstet.

Astra