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Startvorbereitung; Credit: Roskosmos

Im Auftrag der russischen Streitkräfte wurden am Montag von Baikonur aus drei weitere Einheiten des russischen Satellitennavigationsnetzes Glonass in den Orbit befördert. Die Glonass-Konstellation ist das Gegenstück zum US-amerikanischen GPS-System und dem ebenfalls derzeit im Aufbau befindlichen chinesischen System mit der Bezeichnung Compass. Die Glonass-Satelliten übertragen ihre Signale an militärische und zivile Nutzer weltweit.

 Glonass Satellit; Credit: Reshetnew
 Start; Credit: Federalspace

Der Start erfolgte um 22:19 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Am Startort war es da bereits nach Mitternacht. Innerhalb der nächsten zehn Minuten brachten die drei ersten Stufen der Proton M Block DM den "Dreierpack" in einen niedrigen Transferorbit. Die Block DM-Oberstufe feuerte danach noch zwei weitere Male um die drei Satelliten um 1:52 Uhr mitteleuropäischer Zeit in einem kreisförmigen Orbit mit einer Bahnhöhe von 19.300 Kilometern und einer Bahnneigung zum Äquator von 64,8 Grad freizugeben.

Jeder der drei Raumfahrzeuge wiegt etwa 1.400 Kilogramm. Die modernisierten Einheiten des Typs Glonass M sind für eine nominale Lebensdauer von sieben Jahren ausgelegt. Hergestellt werden sie von der  "Information Satellite Systems Reshetnev Corporation".

Derzeit - noch ohne die drei neuen Einheiten - sind 18 voll funktionsfähige Satelliten auf drei Bahnebenen im Einsatz, zwei weitere sind nur eingeschränkt nutzbar. Damit ist ein vollständiger GPS-Service nur innerhalb Russland möglich. Für eine unbeschränkte weltweite Nutzung des Systems sind 24 voll einsatzfähige Satelliten nötig, acht auf jeder Bahnebene.

Drei Glonass M wurden erst am 14. Dezember gestartet. Das nächste Trio soll im August auf die Reise gehen.

Die Proton dürfte in diesem Jahr - sofern es keine Fehlstarts gibt - zum meist eingesetzten Träger weltweit werden. Es sind bis zu 14 Starts von Trägerraketen dieses Typs geplant. Die nächste Mission steht bereits in drei Wochen auf dem Plan. Dann soll von Baikonur aus der US-Kommunikationssatellit Echostar 14 auf einen geostationären Transferorbit geschickt werden.

Astra