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Szenario; Credit: Northrop Grumman Eine Delta 2 brachte am 25. September zwei experimentelle Frühwarnsatelliten als Vorläufer eines möglichen US-Raketenschildes in den Orbit. Mit den beiden Raumfahrzeugen werden Technologien getestet um anfliegende feindlichen Raketen frühzeitig orten und zerstören zu können.

 STSS-Satellit; Credit: Northrop Grumman
 Delta2-Start; Credit: NASA / KSC
 Delta2-Start; Credit: NASA / KSC

Der Start hatte sich wegen schlechten Wetters und kleineren technischen Problemen um einige Tage verzögert. Schließlich verließ die Rakete die Startanlage 17 B auf der Cape Canaveral Airforce Station um 14:22 Uhr mitteleuropäischer Zeit.

Der zweitstufige Rakete steuerte einen kreisförmigen Orbit in einer Höhe von 1.300 Kilometern und einer Bahnneigung zum Äquator von 58 Grad an, um dort das Satellitentandem für das 1,5 Milliarden Dollar teure "Space Tracking and Surveillance System" Demonstrationsprogramm abzuliefern. Das Vorhaben umfasst neben dem Bau, dem Test, dem Start und dem Betrieb der beiden Satelliten auch ein Technologie-Entwicklungsprogramm. Die Namen der beiden Satelliten lehnten sich an die Bezeichnung des Gesamtprojektes an: "STSS Demo 1 und 2".

Die US-Missile Defense Agency wird mit diesen beiden Satelliten die Bahnverfolgung feindlicher Raketen vom Start bis zum Aufschlag erstmals über den Verlauf der kompletten Flugbahn testen.

Diese so genannte STSS Demo Mission ist schon seit vielen Jahren in Planung. Ihre Wurzeln gehen zurück bis in das "Star Wars" Programm der Regierung von Ronald Reagan.  

Die beiden Satelliten wurden von Northrop Grumman gebaut. Das Unternehmen war auch zuständig für das Gesamtsystem einschließlich der Missionsüberwachung vom Boden. Die Sensoren der Satelliten wurden von Raytheon entwickelt und gebaut.

Die beiden Raumfahrzeuge wogen beim Start zusammen etwa 2.250 Kilogramm. Sie sind mit Sensoren ausgerüstet, die anfliegende Raketen im sichtbaren und infraroten Spektrum aufspüren können. Und dies sowohl in der Startphase, während der antriebslosen ballistischen Freiflugphase und beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre. Durch die Zusammenarbeit der beiden Satelliten ist es möglich, ein dreidimensionales Abbild der Flugbahn zu ermitteln.

Die US-Regierung hat schon seit langem darüber nachgedacht, Satelliten zur Vermessung der Flugbahnen feindlicher Lenkwaffen zu stationieren. Ob einmal tatsächlich ein derartiges System erstellt wird, hängt auch vom Erfolg der beiden Demonstrationssatelliten ab. Derzeit sind für ein operationelles System jedenfalls noch keine Budgetmittel im US-Haushalt vorgesehen.

Frühwarnsatelliten sind an sich nichts Neues. Es gibt sie schon seit Jahrzehnten. Sie befinden sich im geostationären Orbit und setzen Infrarot-Teleskope ein, mit denen sie den heißen Abgasstrahl des Raketenmotors feststellen können. Doch diese Satelliten verlieren ihr Ziel schon nach wenigen Minuten aus den Augen, sobald die Antriebsphase vorbei ist. STSS-Demo kann einer feindlichen Rakete über alle Flugphasen folgen, einschließlich der Phase freier Drift, wenn das abkühlende Objekt schwierig gegen den Hintergrund des Weltraums zu erkennen ist..

Die STSS Demo Mission soll zwischen zwei und vier Jahren dauern.

Die beiden STSS-Demo Satelliten folgen einem reinen Forschungs- und Entwicklungssatelliten, der im Mai von der Luftwaffenbasis Vandenberg ebenfalls mit einer Delta 2-Rakete gestartet worden war. Dieser - einzelne - Satellit trug die Bezeichnung STSS-ATRR.

Der Start war der 90. erfolgreiche Start einer Delta 2 in ununterbrochener Reihenfolge und der 145. Start einer Delta 2 überhaupt.

Astra