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PSLV wird vorbereitet; Credit: ISRO Am Morgen des 23. September 2009 startete eine Trägerrakete des Typs PSLV vom Satish Dhawan Space Center in Shriharikota an der indischen Ostküste und brachte fünf Satelliten in polare Umlaufbahnen um die Erde. Zwei weitere Nutzlasten blieben - beabsichtigt - mit der Oberstufe der Trägerrakete verbunden. 
 Nutzlast close; Credit: ISRO
 Vor dem Start; Credit: ISRO
 Oceansat 2; Credit: ISRO
 Sechs Kleinsatelliten; Credit: ISRO

Die 44 Meter hohe und 230 Tonnen schwere Rakete hob um 8.21 Uhr mitteleuropäischer Zeit von der Startrampe Nummer 1 des indischen Weltraumzentrums ab. Es war dies die insgesamt 20. erfolgreich gestartete Weltraummission Indiens. Die erste Stufe wurde bei diesem Flug der PSLV-C14 nicht von zusätzlichen Feststoffboostern unterstützt, wie es bei diesem Träger an sich Standard ist. Die leichte Zuladung erlaubte aber den Verzicht auf die normalerweise eingesetzten sechs Starthilfstriebwerke.

Die PSLV ist eine ungewöhnliche Kombination aus Stufen die abwechselnd mit festen und  mit flüssigen Treibstoffen betrieben werden. Die erste Stufe ist ein Feststoffmotor, der mit 138 Tonnen festem Treibstoff befüllt ist. Die zweite Stufe wird mit flüssigen Treibstoffen betrieben und zwar mit einem recht giftigen Gemisch aus einer Hydrazinmischung namens UH25 und Stickstofftetroxid.

Die dritte Stufe wird mit 7,6 Tonnen festem Treibstoff betrieben.

Die vierte Stufe verwendet Monomethylhydrazin und ein Gemisch aus Stickoxiden mit der Bezeichnung MON-3.

Die Hauptnutzlast, der indische Erdbeobachtungssatellit Oceansat 2 mit einer Startmasse von 960 Kilogramm wurde 18 Minuten nach dem Verlassen der Rampe in einer Höhe von 730 Kilometern über der Erdoberfläche in einer sonnensynchronen Umlaufbahn mit einer Bahnneigung von 98,3 Grad ausgesetzt.

45 Sekunden später wurden die Nanosatelliten Uwe 2 der Universität Würzburg, SwissCube 1 von der eidgenössischen Polytechnischen Hochschule Lausanne, BeeSat von der Technischen Universität Berlin und ITU-pSat von der Technischen Universität Istanbul vom Nutzlastträger an der vierten Stufe abgetrennt. Rubin 9.1 und 9.2 von OHB aus Bremen blieben wie geplant mit der Raketenoberstufe verbunden.

Oceansat 2 soll den am 27. Mai 1999 gestarteten Oceansat 1 ersetzen. Zur Stromerzeugung stehen dem Satelliten zwei Solarzellenausleger mit einer Fläche von zusammen 15 Quadratmetern zur Verfügung, die eine elektrische Leistung von 1.360 Watt erzeugen können. Oceansat 2 dient der Ozeanografie, insbesondere der Unterstützung des indischen Fischereiwesens.

UWE 2 erreichte als zweiter Satellit des Lehrstuhls für Robotik und Telematik der Universität Würzburg den Weltraum. Aufgabe dieses Kleinraumfahrzeugs ist der Test des neu entwickelten Raumlage-Bestimmungssystems ADS (für: Attitude Determination System)  außerdem soll der Satellit weiterführende Experimente zum Themenbereich „IP in space“ durchführen. Erste Signale von UWE 2 wurden in Kalifornien empfangen, und als der Satellit erstmals Würzburg überflog, empfing auch die Würzburger Bodenstation Daten des Satelliten.

SwissCube ist der erste vollständig in der Schweiz entwickelte Satellit. Er dient der Erprobung von Satellitensubsystemen. Während des zweiten Überflugs der Schweiz gelang es, über die Bodenstation Fribourg erste Telemetriedaten zu empfangen.

BeeSat steht für "Berlin Experimental and Educational Satellite". Auch bei Beesat handelt es sich um einen so genannten Cubesat mit einer Kantenlänge von 10 Zentimetern. Während der Satellit das erste Mal nach seinem Start gegen 11.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit über Berlin hinwegzog, konnten erfolgreich Telemetriedaten empfangen werden. Mit Beesat soll vor allem der erfolgreiche Einsatz nur münzgroßen Drallräder zur Lagestabilisierung von Kleinsatelliten demonstriert werden.

ITU-pSat ist ein Ausbildungssatellit, der insbesondere das Wissen über und die Erfahrung mit Satellitensystemen in der Türkei ausbauen helfen soll. Ein erstes Signal des Satelliten mit einer Masse von einem Kilogramm wurde von der Polytechnischen Universität Kalifornien aufgefangen.

RUBIN 9.1 und RUBIN 9.2, jeweils mit einer Masse von acht Kilogramm, haben die Aufgabe, Tests für ein Schiffs-Identifikationssystem durchzuführen. RUBIN 9.1 wurde von einem Tochterunternehmen der OHB Technology AG, der LUXSPACE Sàrl, Luxemburg, entwickelt. RUBIN 9.2 ist eine Gemeinschaftsentwicklung von OHB-System AG und der Hochschule Bremen. Er soll die mit RUBIN 7 und 8 durchgeführten Experimente weiterführen. Er ist mit dem am 28. April 2008 ebenfalls auf einer PSLV gestarteten RUBIN 8 baugleich.

Astra