Kurs der Sojus auf die polare Bahn; Credit: Roskosmos Der neueste russische Wettersatellit heißt Meteor M1. Eine Trägerrakete des Typs Sojus 2-1b mit einer Fregat-Oberstufe brachte ihn am Donnerstag, den 17. September in eine polare Umlaufbahn. Der Start erfolgte um 17.55 Uhr mitteleuropäischer Zeit vom Kosmodrom Baikonur. Mit an Bord waren noch eine Reihe kleinerer Technologiesatelliten. Wegen schlechten Wetters war der Start - sehr ungewöhnlich für russische Verhältnisse - um einen Tag verschoben worden.

Meteor M1 verfügt über sechs Instrumente zur Wetterbeobachtung und Klimaforschung.

  • MSU-MR, ein Gerät zur Vermessung der Wolkenbedeckung,
  • KMSS,  ein Mehrkanal-Scanner zur Beobachtung der Erdoberfläche
  • MTVZA, ein abbildendes System zur Erfassung von Atmosphärentemperatur- und    Luftfeuchtigkeitsprofilen sowie Seewinden.
  • Die Infrarot-Kamera IRFS 2.
  • Das Radargerät Severjan, mit dem Eisflächen vermessen werden sollen, und
  • Radiomet, das der radiometrischen Messung von Temperaturen und Druckprofilen in der Erdatmosphäre dient.

Um 18.04 Uhr trennte sich die Fregat von ihrer Nutzlast, und Meteor M1 und die sechs Kleinsatelliten wurde in einer sonnensynchronen Bahn in etwa 830 Kilometern Höhe und auf einer Inklination von 98,3 Grad ausgesetzt.

Für die Trägerrakete Sojus 2.1b war dies der insgesamt dritte Einsatz. Es handelt sich hier um die Sojus-Version, die ab 2010 auch von Kourou aus starten wird. Sie kann bis 4.900 kg Nutzlast in eine sonnensynchrone Umlaufbahn transportieren.

Der 2,7 Tonnen schwere Meteor M1 ersetzt Meteor 3-M1, der im Jahre 2001 gestartet worden war, aber bereits vor einigen Jahren ausgefallen ist. Seitdem musste Russland die Wetterdaten von ausländischen Satellitenbetreibern kaufen. Der nächste Satellit dieser Reihe ist bereits in Bau und wird in einigen Jahren gestartet. Die Meteor-Satelliten haben eine Design-Lebensdauer von fünf Jahren.

Insgesamt hat Russland und die Sowjetunion im vergangenen Vierteljahrhundert etwa 50 Meteor-Satelliten in den Orbit gebracht. Keines dieser Raumfahrzeuge ist aber heute mehr funktionsfähig.

Die Sojus brachte noch sechs weitere kleine Nutzlasten in den Orbit, darunter Südafrikas zweiten Satelliten, den 80 Kilogramm schweren und reisekoffergroßen  SumbandilaSat. Die etwa 2,5 Millionen Euro teure Mission bezieht ihren Namen aus der südafrikanischen Eingeborenensprache "Venda", in der dieses Wort "Pionier" bedeutet.

Eine weitere Nutzlast ist Sterck 2, der Bestandteil des internationalen Rettungssystems COSPAS/SARSAT ist. Er hat eine Ausrüstung an Bord, mit der sich die Position eines Notrufsenders in unwegsamem Gelände oder auf dem Meer bestimmen lässt. Das System gibt es seit den achtziger Jahren und eine ganze Reihe von Raumfahrtnationen haben sich daran beteiligt.

Bei Tatjana 2 handelt es sich um einen von Studenten der Moskauer Technischen Universität gebauten Kleinsatelliten.

Bei den restlichen vier Klein-Nutzlasten handelt es sich um die jeweils nur wenigen Kilogramm schweren Technologiesatelliten IRIS, UgatuSat und BLITS.

Astra