Erneut wurde ein russisches Versorgungsraumschiff erfolgreich zur Internationalen Raumstation entsandt. Progress M-02M, das zweite Fahrzeug einer verbesserten Generation von Nachschubfahrzeugen verließ die Startrampe in Baikonur an der Spitze eines Sojus-U Boosters am 7. Mai um 20:37 Uhr mitteleuropäischer Zeit.

Das beim Start exakt 7.119 Kilogramm schwere Raumschiff erreichte neun Minuten nach dem Start vom Weltraumbahnhof in Zentral-Kasachstan einen ersten Übergangsorbit. Unmittelbar danach entfalteten sich die 10 Meter weit spannenden Solargeneratoren und die Kommunikations- und Navigationsantennen.

Statt des zwei Tage dauernden Standard-Anflugverfahrens wird es diesmal fünf Tage dauern, bis die ISS erreicht ist. Dies gibt den Missionskontroller mehr Zeit, ein neues Avionik-System zu testen.

Das gut sieben Meter lange Raumfahrzeug wird am russischen Pirs-Dockingmodul anlagen. Dieser Anlegestutzen ist üblicherweise der Erde zugewandt. An dieser Position befand sich bis zum 6. Mai Progress M-66, das dort am 12. Februar angelegt hatte. Dieses Fahrzeug wurde von den Astronauten und Kosmonauten an Bord der Station mit Abfall und nicht mehr benötigter Ausrüstung bepackt, und soll über dem Pazifik kontrolliert in der Erdatmosphäre verglühen. Das soll aber erst am 18. Mai passieren. Bis dahin wollen die Flug-Kontroller in Moskau noch einige physikalische Versuche mit dem Raumfahrzeug unternehmen.

In der Bau-Matrix der ISS wird die Mission auch als Progress 33P bezeichnet, weil es die 33. Progress-Mission ist, die seit dem Beginn des Aufbaus der ISS zur Station unterwegs ist.

Progress M02-M bringt mehr als zwei Tonnen Versorgungsgüter zur ISS: Ersatzteile, Experimente, Kleidung, Nahrungsmittel, Wasser, Sauerstoff und Treibstoff für das russische Kommandomodul, in dem sich die Lageregelungstriebwerke der Station befinden.

Das vollautomatische Anlegemanöver fand am Dienstag dem 12. Mai um 21:24 Uhr statt.  

An Bord der Raumstation befinden sich derzeit der russische Kommandant  Gennady Padalka, der amerikanische Flugingenieur Michael Barratt und der japanische Wissenschaftsoffizier Koichi Wakata.

Padalka hatte sich am Dienstag bereit gehalten, das Dockingmanöver manuell mittels Fernsteuerung durchzuführen, für den Fall, dass es mit dem automatischen System zu einem Problem kommen sollte. Dies war aber nicht der Fall. Als die Bodenkontrolle ihre Glückwünsche zum gelungenen Kopplungsmanöver übermittelte, meinte Padalka. "Keine Ursache. Wir haben hier nur zugeguckt".

Astra