Kobalt M; Credit: Kosmoautika Russland brachte am 29. April vom Weltraumbahnhof Plesetzk aus den militärischen Beobachtungssatelliten Kosmos 2450 in eine niedrige Erdumlaufbahn. Als Träger wurde eine Sojus U eingesetzt. Die russischen Offiziellen machten keine weiteren Angaben über die Verwendung des Raumfahrzeuges. Es handelt sich dabei aber mit Sicherheit um einen klassischen Spionagesatelliten mit Filmrückkehr-Kapsel, wie sie - im Gegensatz zu den USA - in Russland immer noch eingesetzt werden. Der einzige Typ der dafür in Frage kommt sind die Aufklärer des Typs Kobalt M, der auf dem Yantar 4K2M-Bus basieren, der seit den 70iger Jahren gefertigt wird.

Sojus U mit Kosmos 2450; Credit: KosmonautikaDer Vorteil der hoch auflösenden optischen Kamera sind Bilder, die detailgenauer sind, als die digital verarbeiteten Bilder der Amerikaner. Ihr Nachteil ist, dass die Kapseln mit den Filmen erst zur Erde zurückkehren müssen wo man dann den Film entwickelt.

Die Sojus U startete um 17:58 mitteleuropäischer Zeit von der Startanlage 16/2 des Kosmodroms in Plesetzk. Acht Minuten später hatte war der geplanten Orbit erreicht und die dritte Stufe gab den Satelliten frei.

Die ersten Bahnverfolgungs-Daten ergeben, dass Kosmos 2450 sich in einem niedrigen Orbit mit hoher Inklination befindet, was mit seiner Aufgabe gut zusammenpasst. Das Apogäum liegt in einer Höhe von 335 Kilometern, das Perigäum in einer Höhe von lediglich 172 Kilometern. Die Inklination beträgt 67,1 Grad.  

Die Mission am 29. April war der insgesamt vierte Start eines Kobalt-M. Der bislang letzte fand im Juni 2007 statt. Die Kobalt M's haben eine Lebensdauer von etwa 120 Tagen. Sie werden bei Arsenal in St. Petersburg hergestellt und wiegen etwa 6,6 Tonnen.

Westliche Beobachter nehmen an, dass Kosmos 2450 die letzte Einheit aus der Kobalt M Serie war.

Astra