Verladung Rakete in Long Beach; Credit: Sea Launch Eine Trägerrakete des Typs Sea Launch Zenit 3SL brachte am 20. April den italienischen Militärfunksatelliten  SICRAL 1B am 20. April erfolgreich in eine geostationäre Transferbahn. Der dreistufige ukrainisch/russische Träger verließ die Odyssey Startplattform im Zentralpazifik, stationiert auf 154 Grad westlicher Länge, um 9:16 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Die "Block DM" Oberstufe der Rakete führte zwei Brennmanöver durch, nach deren Beendigung sich der 3.040 Kilogramm schwere Satellit des italienischen Verteidigungsministeriums auf einer Transferbahn mit einem niedrigsten Bahnpunkt von 8.606 Kilometern und einem höchsten Bahnpunkt von 35.671 Kilometern befand.

 Start Sicral 1B; Credit: Sea Launch
 Start Sicral 1B; Credit: Telespazio

Diese Bahn lag genau auf der Äquator-Linie, es gab also keine Differenz in der Bahn-Ekliptik zu eliminieren wie bei den Startorten anderer Träger. Es war dies der 30. Einsatz einer Sea Launch Zenith und die 27. erfolgreiche Mission seit der Einführung dieses Musters im Jahre 1999. 

In den nächsten Tagen wird SICRAL 1B sein Bordtriebwerk einsetzen um die endgültige  geostationäre Kreisbahn zu erreichen. Der angestrebte Einsatzpunkt des Satelliten wird dann auf 11,8 Grad östlicher Länge liegen.

Der Satellit wird nach seiner Indienststellung den italienischen Streitkräften und den zivilen Rettungsdiensten zur Verfügung stehen.

SICRAL 1B wurde von Thales Alenia Space auf Grundlage des Italsat 3000 Bus-Designs gebaut. Er ist mit einer Kommunikationsausrüstung bestückt, die in drei verschiedenen Frequenzbändern arbeitet: EHF (Extreme Hochfrequenz) für den Datenverkehr mit Infrastruktureinrichtungen  innerhalb Italiens, UHF (Ultrahochfrequenz) für Mobilfunk innerhalb der gesamten Reichweite des Satelliten und SHF (Superhochfrequenz) um umfangreiche Datenmengen zwischen Europa und dem mittleren Osten zu bewerkstelligen.

SICRAL 1B ist gesichert gegen elektromagnetische Pulse, verfügt über Verschlüsselungs-Kapazitäten und über gesicherte Kommunikationskanäle und ist Störsicher.

Der erste Sicral-Satellit wurde bereits 2001 gestartet. Er ist immer noch aktiv und hat noch eine geschätzte Restlebensdauer von drei Jahren. Der neue SICRAL 1B soll 13 Jahre lang in Betrieb bleiben.

Astra