Payload Fairing mit Missionslogo; Credit: ULA Pat Corkery Mit einem perfekten Nachtstart um 20:31 Uhr Ortszeit in Cap Canaveral (02:31 Uhr am folgenden Tag mitteleuropäischer Zeit) brachte eine Atlas 5-421 den militärischen Kommunikationssatelliten "Wideband Global Satcom 2", kurz WGS 2, in einen geostationären Transferorbit. Der Start hatte sich wegen verschiedener technischer Probleme um mehrere Monate verzögert, aber an diesem Abend klappte alles vorzüglich.

 Transport zur Rampe; Credit: ULA Pat Corkery
 Transport zur Rampe; Credit: ULA Pat Corkery
 Start; Credit: ULA Pat Corkery

Die Version 421 der Atlas 5 ist dadurch definiert dass die kleinere der beiden Atlas 5-Nutzlastverkleidungen verwendet wird, zwei Zusatzbooster zum Einsatz kommen, und die Centaur-Oberstufe mit einem einzelnen RL-10 Triebwerk betrieben wird. Der Flug am Samstag war der 15. Einsatz einer Atlas 5 und der erste seit fast einem Jahr.

Die Rakete verließ die Startanlage 41 im Moment der Öffnung des Startfensters. 31 Minuten später gab die Centaur-Oberstufe den 5.990 Kilogramm schweren Satelliten hoch über Afrika frei. Der gewählte Transferorbit war recht ungewöhnlich. Es handelt sich dabei um einen so genannten supersynchronen Orbit mit der doppelten Apogäumshöhe normaler Transferorbits. Diese Umlaufbahn zeichnen sich dadurch aus, dass Inklinationswechsel mit nur geringem Energieaufwand durchgeführt werden können. Nach der Trennung von der Oberstufe wies die Bahn folgende Parameter auf: Perigäum 408 Kilometer; Apogäum: 66.810 Kilometer und Bahnneigung zum Äquator 20,93 Grad.

Die Bodenkontrolle wird den Satelliten jetzt einem intensiven Testprogramm unterziehen, bevor das Raumfahrzeug voraussichtlich im September in Dienst gehen kann.

Der Satellit wird auf 60 Grad östlicher Länge über dem Äquator stationiert und vor allem die US-Truppen in Afghanistan, Irak und anderen Regionen in Südwest-Asien mit Kommunikationsdiensten versorgen.

In den nächsten Jahren wird ein halbes dutzend WGS-Satelliten in den Weltraum gebracht um die militärische Kommunikationsstruktur der US-Streitkräfte zu verbessern.  Die neuen Einheiten sollen die Raumfahrzeuge des "Defense Satellite Communications System (DSCS)" ersetzen, die langsam in die Jahre kommen. Die neuen WGS-Raumfahrzeuge haben die 10-fache Kommunikationskapazität ihrer Vorgängern.

WGS 1 nahm im letzten Jahr den Dienst auf und deckt seitdem den pazifischen Raum ab. Die Satelliten der WGS-Serie basieren auf Boeings kommerziellen Satellitenbus 702. Die Nutzlast ist aber komplett auf den militärischen Nutzer zugeschnitten und beinhaltet Ka-Band und X-Band Transponder mit denen Daten, Bilder und Videos an die Fronttruppen und von dort zurück in die militärischen Zentren gesendet werden können.

Ein dritter WGS Satellit soll im Spätsommer an Bord einer Delta 4 in den Orbit geschickt werden. Er wird über dem Ostatlantik bei 12 Grad westlicher Länge stationiert. Drei weitere Satelliten dieser Baureihe, erneut leicht verbessert und als WGS Block 2 bezeichnet, werden 2011, 2012 und 2013 gestartet.

Astra