Missionslogo; Credit: ILS Eine russische Trägerrakete des Typs Proton M Breeze M brachte am Freitagabend den 5,9 Tonnen schweren europäischen Nachrichtensatelliten Eutelsat W2A in einen geostationären Transferorbit. Der Start erfolgte von der Rampe 39 der Startanlage 200 in Baikonur, Kasachstan.

Zählt man alle Baureihen dieses Trägertyps mit, dann war dies der 344. Einsatz einer Proton. Pünktlich zu Beginn des Startfensters, um 17:42 Uhr mitteleuropäische Zeit, zündeten die sechs NPO Energomash RD-276 Triebwerke, die einen kombinierten Schub von mehr als 1.000 Tonnen leisten.  
 Eutelsat W2A; Credit: Thales Alenia Space
 Start W2A; Credit: ILS

Die ersten drei Stufen des Trägers brachten die Breeze M mit dem Satelliten auf eine suborbitale Hochgeschwindigkeitsbahn, knapp unterhalb der Orbitalgeschwindigkeit.

Danach übernahm die Breeze M für die erste von fünf Brennperioden und brachte zunächst sich selbst mit dem Satelliten auf einen niedrigen Übergangsorbit. Nach vier weiteren Brennperioden und neun Stunden nach dem Abheben trennte sich Eutelsat W2A auf einem elliptischen Orbit mit einem niedrigsten Bahnpunkt von 5.010 Kilometern, einem höchsten Bahnpunkt von 35.600 Kilometern und einer Bahnneigung von 20,7 Grad zum Äquator.  Die Trennung des Satelliten von der Oberstufe erfolgte um 2:34 Uhr mitteleuropäischer Zeit am Samstag.

Der Flug war der 50. Start einer Proton für International Launch Services (ILS), dem Unternehmen, das die Proton seit dem Jahre 1996 kommerziell vermarktet.

Die nächste Proton-Mission unter der Ägide von ILS wird im Juni stattfinden. Dies wird der Start von Sirius FM-5 für Sirius XM Radio.  

W2A ist der vierte Eutelsat-Satellit, der innerhalb der vergangenen vier Monate in das Weltall transportiert wurde. Gestartet wurden in dieser Periode Hot Bird 10, Hot Bird 9 und W2M. Letzterer entwickelte allerdings bald nach dem Start ein ernstes technisches Problem und musste in der Zwischenzeit als Totalverlust abgeschrieben werden. Ein weiterer Eutelsat-Satellit, W7, soll in diesem Sommer an Bord Sea Launch Zenit starten.

W2A ist der größte Satellit, den Eutelsat jemals in Auftrag gegeben hat. Er trägt der zunehmenden Anzahl an Kommunikationsdienstleistungen Rechnung, die der Markt nachfragt. W2A trägt Ku-Band, C-Band und S-Band-Nutzlasten für Kunden in Europa, Afrika, dem mittleren Osten und Teilen von Südamerika und Indien. Das Raumfahrzeug basiert auf der Spacebus 4000 C4 Plattform von Thales Alenia Space.  

W2A wird jetzt sein eigenes Antriebssystem einsetzen, um die endgültige Positon auf dem geosynchronen Orbit zu errechen. Dies wird bei 10 Grad östlicher Länge sein, über der Küste von Südwestafrika.

W2A's 46 Ku-Band Transponder erweitern die Kapazitäten von W1, der im Jahre 2000 auf dieser Position stationiert wurde.  Die10 C-Band Transponder sind speziell dafür ausgelegt, Afrika mit Breitbandkommunikationsdiensten zu versorgen.

Sechs Tage nach dem Start wird der Satellit seine mächtige, 12 Meter durchmessende S-Band-Antenne entfalten, mit der Mobilfunkdienste durchgeführt werden. Diese Antenne ist die größte Antenne, die bislang von einem europäischen Satelliten mitgeführt wurde.

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