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Constellation GPS; Credit: Wikipedia Vor nunmehr 31 Jahren wurden für das globale weltraumgestützte Navigationssystem GPS der USA die ersten Satelliten mitTrägerraketen der Typen Atlas E und F von Vandenberg aus ins All geliefert.  Elf Raumfahrzeuge dieser "Block 1" genannten Serie wurden erfolgreich gestartet, bei einem, der siebten Flugeinheit, ereignete sich ein Fehlstart.

Ab der zweiten Serie von GPS-Raumfahrzeugen, übernahm die Delta 2 den Transport der Raumfahrzeuge in den Orbit. Seitdem brachte sie neun GPS-Satelliten des Typs "Block 2" in den Orbit, 18 Einheiten der Serie "Block IIA", 12 Einheiten "Block IIR" und bislang sieben Einheiten der Serie "Block IIR-M". Bei all diesen vielen Missionen kam es nur zu einem Fehlstart. Der ereignete sich am 17. Januar 1997, als der Träger 13 Sekunden nach dem Abheben wegen eines Versagens eines Feststoff-Boosters explodierte.

 Prelaunch, Credit: Carleton Bailey, ULA
 Launch; Credit: Carleto
 Nosecone; Credit: Carleto
 Trennung erster Boostersatz; Credit: Carleton Bailey, ULA

Der jüngste Einsatz einer Delta 2 für dieses Programm fand am 24. März um 10:34 Uhr mitteleuropäischer Zeit statt. An der amerikanischen Ostküste war es da noch sechs Stunden früher und es herrschte noch Nacht, als der zwölf Stockwerke hohe Träger unter lautem Grollen die Startrampe 17 A der Luftwaffenbasis Cap Canaveral verließ.

Dies ist der vorletzte Einsatz einer Delta 2 im GPS-Programm gewesen. Die letzte Einheit der Block 2R-Serie soll nach derzeitiger Planung im August auf die Reise in den Orbit gehen. Ab der Serie II F werden leistungsfähigere Trägerraketen der Typen Delta 4 und Atlas 5 nötig. 

Wie fast alle ihre Vorgänger verlief auch der Start von GPS IIR-M7 exakt nach Plan und 68 Minuten nach dem Verlassen der Rampe gab die PAM 48 Drittstufe des Trägers den Satelliten frei. Das neue Raumfahrzeug wird GPS 2A-27 ersetzen, der im September 1996 gestartet wurde. Dieser alte Satellit, der sich fast am ende seiner technischen Lebensdauer befindet, soll jetzt eine Position als Reserveeinheit wahrnehmen.

GPS 2R-20 wie er offiziell heißt, wurde in der Bahnebene B stationiert, und dort im Slot 2 des Navigationsnetzwerks. Es gibt insgesamt sechs Bahnebenen auf denen sich jeweils mindestens vier, praktischerweise aber fünf oder sechs Satelliten befinden. Diese Streuung soll eine ständige Verfügbarkeit mehrere Satelliten gleichzeitig für den Nutzer am Boden gewährleisten um mittels der ausgesendeten Navigationssignale eine hochpräzise Positionsbestimmung zu gewährleisten.

GPS-Satelliten bewegen sich in einer Kreisbahn in 20.200 Kilometern Höhe. Dieser Orbit ist so gewählt, dass sie die Erde jeden Sterntag (23 Stunden, 55 Minuten, 57 Sekunden) exakt zweimal umkreisen. Ihre Bahnebenen sind um 55 Grad zum Äquator geneigt.

Der am 24. März gestartete Satellit ist der siebte in einer Serie von acht Einheiten, die mit einer ganzen Reihe von Verbesserungen ausgestattet wurden. Beispielsweise werden Signalabweichungen, die durch Störungen in der Ionosphäre verursacht werden, korrigiert. Das Signal ist auch - wichtig für die militärischen Anwender - widerstandsfähig gegen künstlich verursachte Störeinflüsse. Der militärische Charakter des Systems darf ja nicht vergessen werden. Eine der Aufgaben dieser Satelliten ist es, Abstandswaffen aller Art präzise in ihr Ziel zu führen.

Der Satellit ist das 20. GPS-Raumfahrzeug, das von Lockheed Martin gebaut worden ist. Die Satelliten der IIR-M Serie wiegen 2.060 Kilogramm beim Start, haben eine Lebensdauer von 13 Jahren und kosten pro Stück etwa 60 Millionen Dollar.  Derzeit sind 31 Satelliten aktiv, wobei einer davon, ein fast 19 Jahre alter Satellit der Baureihe IIA, nur noch für Testzwecke verwendet wird. Die Konstellation benötigt zu ihrer vollen Funktionsfähigkeit mindestens 24 aktive Einheiten.